Die Aprilscherze der Medien und Firmen 2026 im Rückblick
Schweinemilch aus Dänemark, ein Flugzeugträger auf dem Genfersee und ein Cabrio-Zug der ÖBB: die belegten Aprilscherze von Medien und Firmen 2026.

Kurz gesagt
Am 1. April 2026 hielten sich große Medien mit Aprilscherzen auffällig zurück, während Firmen, Verkehrsbetriebe und Ämter vor allem in sozialen Netzwerken scherzten. Aus Dänemark kamen Schweinemilch und ein Museumsdirektor mit Doppelgänger, aus der Schweiz ein Flugzeugträger auf dem Genfersee und aus Österreich ein Cabrio-Zug.
Am 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar 2026 scherzten vor allem Firmen, Verkehrsbetriebe und Behörden, und zwar meist zuerst in sozialen Netzwerken. Große Medien hielten sich zurück: Der ORF schrieb am selben Tag, die Tradition großer Medien-Aprilscherze scheine vorbei zu sein [1]. Die belegten Fälle reichen von Schweinemilch im dänischen Supermarkt über einen Flugzeugträger auf dem Genfersee bis zu einem Cabrio-Zug der ÖBB [2] [3] [1].
Großbritannien: Zurückhaltung bei den großen Häusern
Aus Großbritannien stammen viele der bekanntesten Medien-Aprilscherze, doch 2026 blieb es dort auffällig still. Laut ORF blieb die AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar-Rubrik der BBC ohne Online-Eintrag [1]. Der Guardian, der mit der erfundenen Insel San Serriffe einst einen der berühmtesten Scherze überhaupt gemacht hatte, versteckte seinen Scherz 2026 in der gedruckten Ausgabe. Online stellte die Zeitung stattdessen eine Liste eher schwacher Aprilscherze anderer zusammen [1]. Der Independent fand für seine Übersicht nur vier Beispiele [1].
Einer der wenigen Medienscherze kam von der Daily Mail. Sie meldete, das Gesicht von Donald Trump werde in den Mount Rushmore gemeißelt. Der ORF nannte das einen Scherz "mit recht langem Bart" [1]. Die Fluggesellschaft Ryanair kündigte auf Instagram an, nach "sorgfältigen Überlegungen" einen professionelleren Ton anzuschlagen [1].
Warum die Medien schwiegen
Der ORF nannte mehrere Gründe für die Zurückhaltung. Nach einem Beitrag bei The Conversation hatten die Rundfunknachrichten früher ein großes und vertrauensvolles Publikum. Heute herrsche Misstrauen, und Redaktionen wollten es nicht weiter schüren [1]. Der Medienforscher Stuart Allan von der Universität Cardiff sprach von einer "Ära von Fake NewsFake News Fake News sind absichtlich falsche oder irreführende Nachrichten, die wie echte Berichte aussehen und sich oft über soziale Netzwerke verbreiten. Sie sollen Meinungen beeinflussen, politische Ziele erreichen oder Werbegeld bringen. Ein Aprilscherz wird dagegen bald aufgelöst. Im Glossar und Desinformation", in der Vertrauen an erster Stelle stehe [1].

Der Journalist Jim Waterson vom Londoner Lokalmedium London Centric wird im selben Beitrag mit dem Gedanken zitiert, FalschmeldungenFalschmeldung Eine Falschmeldung ist eine Nachricht, die dem tatsächlichen Sachverhalt widerspricht. Sie kann aus einem Irrtum entstehen, absichtlich gestreut werden oder als Scherz gemeint sein. Ein Aprilscherz ist eine Falschmeldung, die am 1. April erscheint und bald aufgelöst wird. Im Glossar als Scherz zu verkaufen passe nicht zu einer Redaktion, die sonst auf verlässliche Fakten poche. Wenn Politiker unbequeme Tatsachen als Fake News abtun, müsse man ihnen nicht noch Munition liefern [1]. Hinzu kommt, dass Falschmeldungen längst das ganze Jahr kursieren, als KI-Videos, Verschwörungserzählungen, SatireSatire Satire ist eine Form der Kritik, die Missstände und menschliche Torheiten mit Spott, Ironie und Übertreibung bloßlegt. Oft tritt sie als ernste Nachricht oder Rede auf, will aber durchschaut werden. Ein Aprilscherz kann satirisch sein, viele wollen jedoch nur hereinlegen und unterhalten. Im Glossar oder PrankPrank Prank ist ein englisches Wort für Streich und steht im Duden als umgangssprachliches Substantiv: der Prank, die Pranks. Im Deutschen meint es meist Streiche, die gefilmt und im Netz gezeigt werden. Im Glossar-Clips. Der 1. April hat damit seine Sonderstellung als einziger Tag mit erlaubten Falschmeldungen verloren [1]. Wie du einen Scherz trotzdem erkennst, steht im Beitrag Aprilscherze in den Nachrichten erkennen.
Dänemark: Schweinemilch und ein Zwillingsbruder
In Dänemark scherzten auch große Zeitungen. Die englischsprachige Nachrichtenseite The Local stellte am 1. April 2026 die besten dänischen Scherze zusammen [2]. Die Zeitung Berlingske meldete, dänische Supermärkte würden ab dem 1. Mai Schweinemilch verkaufen. Sauen sollten nach zwei Würfen auf Milchhöfe umziehen, was als Fortschritt für das Tierwohl verkauft wurde. Ein erfundener Vorsitzender einer Behörde wurde mit dem Satz zitiert, Schweinemilch sei etwas süßer als Kuhmilch [2]. Dazu gehörte ein Milchkaffee mit Schweinemilch, der nur in Dänemark zu haben sei. In der Bildunterschrift schreibt The Local diesen Kaffee allerdings der Zeitung Politiken zu, die Zuordnung ist in der Quelle also nicht eindeutig [2].
Politiken wiederum behauptete, Rane Willerslev, der Direktor des dänischen Nationalmuseums, schicke seinen eineiigen Zwillingsbruder Eske, Professor in Cambridge, zu Sitzungen, auf die er keine Lust habe. Beide Brüder spielten mit und wurden zitiert [2]. Den Zwillingsbruder gibt es wirklich, beide sind Polarforscher, und gerade diese echte Grundlage machte die Geschichte glaubhaft [2].
Die Jobbörse Jobindex veröffentlichte eine Stellenanzeige, die angeblich vom Königshaus stammte. Gesucht wurde ein "königlicher Untersucher", so heißt in Dänemark die Person, die nach einer Wahl die Regierungsbildung erkundet. Zu den Anforderungen gehörte, bis 90 Sitze zählen zu können [2]. Und die Möbelkette IKEA kündigte einen Lutscher mit Fleischbällchen-Geschmack an [2]. Wie der 1. April in Dänemark, Schweden und Norwegen gefeiert wird, beschreiben wir auf der Seite zum Aprilscherz in Skandinavien.
Schweiz: Flugzeugträger, Bratwurst und Gepäckkontrolle
Besonders viele Scherze kamen 2026 aus der Schweiz. Die Zeitung 20 Minuten sammelte am 1. April in einem Ticker von morgens bis zum frühen Abend mehr als zwanzig Fälle [3]. Die meisten stammten von Firmen und Behörden und erschienen zuerst auf Instagram oder in einer App.

Die Luftwaffe kündigte an, zum ersten Mal eine Übung auf einem Flugzeugträger abzuhalten, der dafür auf den Genfersee gebracht werde; das Bild dazu war laut 20 Minuten wahrscheinlich mit KI erzeugt [3]. Der Flughafen Genf wollte wegen sinkender Passagierzahlen auf den Grünflächen zwischen den Pisten einen Campingplatz eröffnen. Der Zoo Zürich meldete, das Viertel seiner Bratwurst, das aus Erbsenprotein besteht, lasse sich nun einfach von der Wurst abtrennen [3].
Auch der Verkehr scherzte. Die SBB kündigten Gepäckkontrollen vor dem Einsteigen an, mit einer Gebühr von 49 Franken für zu große Koffer. Der Zürcher Verkehrsverbund stellte Fahrräder in Bahnen und Busse, mit denen Fahrgäste durch Treten einen günstigeren Fahrpreis erstrampeln sollten. Der Carsharing-Anbieter Mobility bot angeblich Hubschrauberflüge in seiner App an [3]. Die Bäuerinnen und Bauern meldeten Kühe, deren Halsbänder kostenloses WLAN liefern [3].
Unter den Schweizer Medien scherzte die Zeitung Südostschweiz. Sie meldete, Graubünden wolle auf seinen Pässen Tempo 30 einführen, allerdings nur für Autos aus anderen Kantonen und aus dem Ausland [3]. Der Bezahldienst Twint stellte eine Funktion vor, die anzeigen sollte, wann eine Zahlungsaufforderung gesehen und ignoriert wurde, und schrieb dazu: "Ihr habt gefragt. Wir haben geliefert." Selbst 20 Minuten war hier nicht ganz sicher und nannte es nur höchstwahrscheinlich einen Scherz [3]. Das Hallenstadion Zürich wollte Teile seiner VIP-Logen zu Wohnungen mit Balkon zur Arena umbauen [3].
Einige Scherze lösten sich gleich selbst auf. Beim Ticketverkäufer Ticketcorner führte der Link zu einer neuen Funktion, mit der man eine Begleitung fürs Konzert finden sollte, direkt zur Meldung "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!". Und die Solothurner Spitäler suchten in einer Stellenanzeige "Alleskönner" für ein Pensum von 110 bis 200 Prozent, die Kennziffer der Anzeige lautete "0104" [3]. Auch IKEA war in der Schweiz mit seinem Fleischbällchen-Lutscher dabei [3], derselbe Scherz also wie in Dänemark.
Österreich: Cabrio-Zug und einheitliche Stationen
Aus Österreich nennt der ORF zwei Scherze aus dem öffentlichen Verkehr [1]. Die ÖBB kündigten einen "Cabrio-Zug" an. Die Wiener Linien versprachen, die Namen ihrer Stationen zu vereinheitlichen [1]. Beide Scherze spielen mit Wünschen und Ärgernissen, die Fahrgäste kennen, und beide waren schnell als Spaß zu erkennen.
Deutschland: Zoo, Polizei und Straßenbahn
Aus Deutschland stellte die Stuttgarter Zeitung am 1. April 2026 Scherze aus Baden-Württemberg zusammen [4]. Die Wilhelma kündigte an, Besucher könnten sich im Zoo scheiden lassen. Das Polizeipräsidium Freiburg meldete eine "Hobbydogging"-Staffel, bei der man mit Leine, aber ohne Hund läuft, und das Polizeipräsidium Ludwigsburg eine "Polizeitaube", die das Faxgerät ersetzen soll. Die Stuttgarter Straßenbahnen wollten die unterirdische Haltestelle Charlottenplatz übersichtlicher umbauen, die Stadt Leinfelden-Echterdingen erklärte das Filderspitzkraut zum UNESCO-Welterbe, und Ritter Sport wollte sein erstes Fitnessstudio eröffnen. Der Bahnbetreiber Averio verteilte angeblich Herzchen-Buttons, mit denen Singles Mitreisende leichter ansprechen können. Wie deutsche Zeitungen, Sender und Firmen früher gescherzt haben, zeigt unser Überblick über die Aprilscherze in deutschsprachigen Medien.
Was du für einen eigenen Scherz mitnehmen kannst
Viele der Scherze aus diesem Jahrgang lassen sich im Kleinen nachmachen. Das Muster ist fast immer gleich: Ein bekannter Absender kündigt eine kleine, gerade noch denkbare Neuerung an, die ein echtes Ärgernis oder einen echten Wunsch aufgreift. Ein Zettel am Kühlschrank, der neue Regeln für die Küche verkündet, oder eine Ansage im Familienchat über einen Umbau des Wohnzimmers funktionieren genauso. Wie du so etwas aufbaust, zeigt die Anleitung zur absurden Ankündigung. Löse wie Ticketcorner möglichst schnell auf, am besten mit einem freundlichen "April, April!".
Was der Jahrgang zeigt
Drei Dinge fallen beim Blick auf 2026 auf [1] [3]. Erstens scherzen heute vor allem Firmen, und viele ihrer Scherze sind Werbung in eigener Sache. Ein Lutscher mit Fleischbällchen-Geschmack oder ein Campingplatz am Flughafen bringt den Absender ins Gespräch, ohne dass jemand Schaden nimmt. Zweitens kommen die Scherze aus kleinen Ländern und von Regionalmedien eher als von den großen Häusern in London. Drittens lösen viele Absender sofort auf, mit einem Link, der "April, April!" zeigt, oder mit einer Kennziffer, die den Tag verrät.
Für die klassischen Medienscherze, wie es sie früher gab, ist das ein Abschied auf Raten. Die bekanntesten Fälle aus Fernsehen und Zeitung stehen in unserer Übersicht der berühmten Aprilscherze. Dieser Rückblick wird jedes Jahr im Februar neu geschrieben, mit den Fällen des jeweils letzten 1. April.
RandnotizDerselbe Fleischbällchen-Lutscher von IKEA tauchte am 1. April 2026 in Dänemark und in der Schweiz auf.
Häufige Fragen
Warum machen große Zeitungen kaum noch Aprilscherze?
Nach dem Bericht des ORF fürchten viele Redaktionen um ihre Glaubwürdigkeit. In einer Zeit, in der Falschmeldungen das ganze Jahr kursieren, wollen sie nicht selbst bewusst Falsches verbreiten, auch nicht zum Spaß.
Welcher Aprilscherz war zuletzt der bekannteste?
Eine Rangliste gibt es nicht. Viel beachtet wurden in Dänemark die Schweinemilch der Berlingske und in der Schweiz der Flugzeugträger der Luftwaffe auf dem Genfersee.
Wann wird dieser Rückblick aktualisiert?
Jedes Jahr im Februar, vor dem nächsten 1. April. Wir nehmen nur Fälle auf, die wir in einer Quelle nachlesen konnten.
Quellen
- ORF: Ausgelacht: Aprilscherze fallen aus der Zeit, orf.at, abgerufen am 06.11.2026.
- The Local Denmark (Becky Waterton): Pig milk and beer-flavoured condoms: Denmark's best April Fool jokes, thelocal.dk, abgerufen am 06.11.2026.
- 20 Minuten: Ticker: Die besten April-Scherze der Schweiz, 20min.ch, abgerufen am 06.11.2026.
- Stuttgarter Zeitung: April-Scherze aus Stuttgart und BW, stuttgarter-zeitung.de, abgerufen am 06.11.2026.