Was ist Satire?
Satire ist eine Form der Kritik, die Missstände und menschliche Torheiten mit Spott, Ironie und Übertreibung bloßlegt. Oft tritt sie als ernste Nachricht oder Rede auf, will aber durchschaut werden. Ein Aprilscherz kann satirisch sein, viele wollen jedoch nur hereinlegen und unterhalten. Satire hat immer ein Ziel, das sie lächerlich macht.

Satire ist Kritik mit den Mitteln des Komischen. Sie deckt Widersprüche bei Menschen und in der Gesellschaft auf und gibt sie der Lächerlichkeit preis, meist mit dem Ziel, etwas zu verändern [1]. Ihre Werkzeuge sind Spott, IronieIronie Ironie heißt, etwas zu sagen und dabei erkennbar etwas anderes zu meinen, oft das Gegenteil. Wer bei Dauerregen "Tolles Wetter heute" sagt, spricht ironisch. Damit die Ironie ankommt, müssen Sprecher und Zuhörer dasselbe wissen; Tonfall und Mimik helfen dabei. Im Glossar und Übertreibung [1].
Erklärung
Das Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache beschreibt Satire als Form des Komischen in der Kunst, besonders in der Literatur, die mit "schärfstem Spott" und "enthüllender Polemik" arbeitet [1]. Das Etymologische Wörterbuch nennt sie eine "kritische, mit Ironie, Komik und humoristischer Überspitzung (gesellschaftliche) Mißstände verspottende Dichtung oder Darstellung" [1].
Das Wort kam im 16. Jahrhundert aus dem Lateinischen ins Deutsche. Satira hieß dort ein Gedicht, das menschliche Torheiten verspottet. Die ältere Form satura lanx bezeichnete eine Schüssel mit Früchten, die man den Göttern jedes Jahr darbrachte, und im übertragenen Sinn ein "Allerlei" [1]. Bis ins 18. Jahrhundert schrieb man im Deutschen auch Satyre, angelehnt an den Satyr aus dem Gefolge des Bacchus [1].
Beispiele für Satire
Ein berühmtes Beispiel ist "A Modest Proposal" von Jonathan Swift aus dem Jahr 1729 [2]. Swift verspottet darin die Vorstellung, nüchterne Vernunft allein könne menschliche Not lindern [2]. Kurt Tucholsky fragte am 27. Januar 1919 im Berliner Tageblatt "Was darf die Satire?" und antwortete selbst: "Alles." [2]
Das DWDS nennt Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" als Beispiel für eine berühmte Satire [1]. Gesellschaftskritisch ist auch Heinrich Manns Roman "Der Untertan" von 1918 [2]. Der Wiener Kritiker Karl Kraus schuf sich 1899 mit der Zeitschrift "Die Fackel" ein eigenes Forum und ist bis heute einer der meistzitierten Satiriker [2].
Heute begegnet dir Satire im Kabarett, in Karikaturen und auf Satireseiten im Netz [1]. Viele dieser Seiten schreiben erfundene Meldungen im Ton echter Nachrichten. Wer eine solche Meldung ohne Zusammenhang teilt, verbreitet manchmal ungewollt eine FalschmeldungFalschmeldung Eine Falschmeldung ist eine Nachricht, die dem tatsächlichen Sachverhalt widerspricht. Sie kann aus einem Irrtum entstehen, absichtlich gestreut werden oder als Scherz gemeint sein. Ein Aprilscherz ist eine Falschmeldung, die am 1. April erscheint und bald aufgelöst wird. Im Glossar.
Satire und Aprilscherz
Satire und AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar sehen sich manchmal zum Verwechseln ähnlich, weil beide eine erfundene Geschichte ernst erzählen. Der Unterschied liegt im Ziel. Satire zielt auf einen Missstand, eine Macht oder eine Haltung und will, dass du den Spott erkennst. Ein Aprilscherz zielt auf dich und will, dass du einen Moment lang glaubst, was du liest. Ein Aprilscherz kann satirisch sein, viele sind es nicht. Satire erscheint außerdem das ganze Jahr, der Aprilscherz hat seinen festen Tag und eine Auflösung.

Verwandte Begriffe
Eng verwandt sind die Parodie, die ein Vorbild übertreibend nachahmt, und die Ironie, ein Mittel, das Satire oft benutzt. Erfundene Meldungen ohne kritisches Ziel heißen Zeitungsente oder Hoax. Wer absichtlich täuschen will, um Meinung zu machen, verbreitet Fake News.
Auch genannt: Satiren, satirisch, satirische
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist Satire dasselbe wie Comedy?
Nicht ganz. Comedy will vor allem zum Lachen bringen, Satire will mit dem Lachen etwas kritisieren. Beides kann sich überschneiden, zum Beispiel im Kabarett.
Darf Satire alles?
Tucholskys "Alles" ist eine berühmte Antwort, aber keine Rechtsregel. Auch Satire muss sich an Gesetze halten, etwa beim Schutz vor Beleidigung, und im Zweifel entscheiden Gerichte.
Quellen
- DWDS: Satire, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia: Satire, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.