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Glossar

Wer ist der Harlekin?

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Der Harlekin ist eine lustige Figur der italienischen Commedia dell'arte, dort Arlecchino genannt. Er ist ein listiger, ständig hungriger Diener mit schwarzer Augenmaske und einem Kostüm aus bunten Flicken, später aus Rauten. Der Name geht wohl auf eine wilde Geisterschar der Sage zurück. Heute steht Harlekin auch allgemein für einen Spaßmacher.

Bunt gerautetes Harlekinkostüm auf einem Holzbügel vor einem roten Theatervorhang aus Samt
Bild: KI-generiert

Der Harlekin ist eine lustige Figur der italienischen Commedia dell'arte, dort heißt er Arlecchino. Er ist ein listiger Diener mit einem Kostüm aus bunten Flicken oder Rauten und einer schwarzen Augenmaske [2]. Im übertragenen Sinn nennt man heute einen Spaßmacher oder Possenreißer einen Harlekin [1].

Woher der Name kommt

Der Name ist älter als die Bühnenfigur. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer, das im DWDS steht, geht er wohl auf einen "König Herla" der englischen Sage zurück, eine Gestalt mit Zügen Wodans als Anführer einer wilden Heerschar. Im Altfranzösischen hieß "maisnie Hellequin" das Gefolge des Hellequin, eine wilde Schar lustiger Teufel, die nachts durch die Luft zog [1]. Schon Ende des 11. Jahrhunderts beschrieb der Chronist Ordericus Vitalis die Sage von der "familia herlequin", und 1262 tauchte die Gestalt in einem Spiel von Adam de la Halle erstmals auf einer Bühne auf [2].

Ende des 16. Jahrhunderts gab eine italienische Schauspieltruppe in Paris einer Bühnenfigur den Namen harlequin. Als Arlecchino wurde sie in der Commedia dell'arte berühmt. Im 17. Jahrhundert kam die französische Form nach Deutschland und wurde hier zu Harlekin [1].

Kostüm und Charakter

Seine bäuerlichen Züge aus den Tälern um Bergamo prägte der Schauspieler Tristano Martinelli [2]. Ursprünglich trug der Arlecchino grobes Leinen mit bunten Flicken in Rot, Gelb und Blau. Das Kostüm aus Rauten entstand erst später, als sich die Figur bei Auftritten von Domenico Biancolelli in Paris dem dortigen Geschmack anpasste [2]. Eine schwarze Augenmaske verdeckt sein Gesicht, am Gürtel trägt er ein Holzschwert, die "batte" [2].

Schwarze Halbmaske liegt auf dem Sitz eines roten Theaterstuhls in einem leeren Saal
Bild: KI-generiert

Der Harlekin ist ein Gauner, der mit List an Geld kommt, Lügner entlarvt und Dinge sagen darf, die anderen verboten sind. Zu seinen liebsten Themen gehören der ständige Hunger und das Essen [2].

Beispiel: vom Theater in die Malerei

Die Figur wanderte durch ganz Europa, die Wikipedia nennt sie ein europaweites Phänomen [2]. Ein Stück, in dem Harlekin auftritt, heißt Harlekinade, nach dem französischen "arlequinade"; das Wort ist im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert belegt [1].

Nicht überall war er willkommen. 1737 ließ die Theaterleiterin Friederike Caroline Neuber eine Harlekinpuppe auf der Bühne verbrennen [2]. Maler griffen die Figur dagegen gern auf, Paul Cézanne malte 1890 einen Harlekin [2].

Verwandte Begriffe

Das deutschsprachige Gegenstück ist der Hanswurst, den das DWDS als bedeutungsverwandt nennt [1]. Der Hofnarr war ein Spaßmacher an einem Fürstenhof. Dass der Harlekin aussprechen darf, was anderen verboten ist, erinnert an die Narrenfreiheit.

Auch genannt: Arlecchino, Harlekine, Harlekinade

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was bedeuten die Rauten auf dem Harlekinkostüm?

Sie gehen auf die bunten Flicken zurück, mit denen das Kostüm ursprünglich besetzt war. Die regelmäßigen Rauten entstanden erst später in Paris, als die Figur dem dortigen Geschmack angepasst wurde.

Sind Harlekin und Arlecchino dieselbe Figur?

Ja. Arlecchino ist der italienische Name in der Commedia dell'arte, Harlekin die eingedeutschte Form der französischen Schreibweise harlequin.

Quellen

  1. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Harlekin, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia: Harlekin, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.