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Glossar

Was ist der Gregorianische Kalender?

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Der Gregorianische Kalender ist der heute fast weltweit verwendete Kalender. Papst Gregor XIII. führte ihn 1582 ein, um den Julianischen Kalender zu berichtigen, der sich gegenüber dem Sonnenjahr um zehn Tage verschoben hatte. Auf Donnerstag, den 4. Oktober, folgte deshalb Freitag, der 15. Oktober 1582. Die evangelischen Gebiete Deutschlands stellten erst 1700 um.

Alte Armillarsphäre aus Messing auf einem Holzschreibtisch in einem dämmrigen Arbeitszimmer
Bild: KI-generiert

Der Gregorianische Kalender ist der Kalender, nach dem heute fast die ganze Welt das Datum zählt. Papst Gregor XIII. ordnete ihn mit der Bulle Inter gravissimas vom 24. Februar 1582 an [1]. Er löste den Julianischen Kalender ab, der aus der Römerzeit stammte und ein wenig zu lang war.

Warum der Kalender geändert wurde

Das julianische Jahr war etwas länger als das Sonnenjahr. Über die Jahrhunderte fiel der Frühlingsanfang deshalb immer früher vor den 21. März, und das Osterdatum, das sich nach dem Frühlingsanfang richtet, wurde falsch bestimmt [1]. Die Reform glich das aus, indem sie 1582 zehn Kalendertage ausließ. Auf Donnerstag, den 4. Oktober 1582, folgte direkt Freitag, der 15. Oktober [1].

Stapel leerer Blätter auf einem Holzpult, daneben liegen zehn lose Blätter auf dem Steinboden
Bild: KI-generiert

Damit der Fehler nicht wiederkommt, änderte die Reform die Schaltregel. Jahre, die durch 100 teilbar sind, sind nur dann Schaltjahre, wenn sie auch durch 400 teilbar sind. 1600 und 2000 waren deshalb Schaltjahre, 1700, 1800 und 1900 nicht. Im Mittel ist ein gregorianisches Jahr 365,2425 Tage lang [1].

Wer wann umgestellt hat

Der Kirchenstaat, die meisten italienischen Staaten, Polen-Litauen, Spanien und Portugal übernahmen den neuen Kalender schon 1582, Frankreich am 20. Dezember desselben Jahres [1]. In den katholischen Gebieten des Reichs dauerte es bis 1583 und 1584, Bayern stellte im Oktober 1583 um, Österreich im Januar 1584 [1]. Die evangelischen Gebiete im Reich folgten erst 1700: Dort folgte auf den 18. Februar unmittelbar der 1. März [1]. Großbritannien stellte 1752 um, Russland 1918 und Griechenland 1923 [1].

Beispiel: Kalender und Aprilscherz

In vielen Texten über den 1. April taucht der Gregorianische Kalender als Ursprung des Aprilscherzes auf. Die Geschichte geht so: Wer nach der Reform das neue Jahr weiter im Frühling feierte, wurde verspottet und in den April geschickt. Dabei werden zwei Dinge vermischt. Den Jahresbeginn am 1. Januar hatte in Frankreich König Karl IX. schon 1564 mit dem Edikt von Roussillon festgelegt, also vor der Kalenderreform [2]. Das Museum of Hoaxes weist darauf hin, dass viele Darstellungen den französischen Wechsel fälschlich auf 1582 legen, und hält die ganze Erklärung für problematisch [3].

Verwandte Begriffe

Die französische Regel zum Jahresbeginn erklärt der Eintrag Edikt von Roussillon. Woher der Monat April seinen Namen hat, steht unter April, und was über den Ursprung des Aprilscherzes bekannt ist, fasst die Seite Herkunft des Aprilscherzes zusammen.

Auch genannt: Gregorianischen Kalender, Gregorianischen Kalenders, Gregorianische Kalender, gregorianische Kalenderreform

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Fehlten bei der Umstellung wirklich zehn Tage?

Ja, im Kalender. In Spanien oder Portugal folgte 1582 auf Donnerstag, den 4. Oktober, gleich Freitag, der 15. Oktober, in Frankreich sprang der Kalender im Dezember um dieselben zehn Tage. Die Wochentage liefen dabei normal weiter.

Wie lang ist ein gregorianisches Jahr?

Ein Gemeinjahr hat 365 Tage, ein Schaltjahr 366. Über 400 Jahre gerechnet ergibt die Schaltregel im Durchschnitt 365,2425 Tage, das liegt sehr nah am Sonnenjahr.

Quellen

  1. Wikipedia: Gregorianischer Kalender, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia: Edikt von Roussillon, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
  3. Museum of Hoaxes: The Origin of April Fool's Day, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.