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Glossar

Was waren die Hilaria?

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Die Hilaria waren ein römisches Freudenfest am 25. März im Kult der Göttermutter Kybele und des Attis. Nach Trauertagen feierte man die Rückkehr des Attis mit einer Prozession, Spielen und Verkleidungen. Manche sehen darin einen Vorläufer des Aprilscherzes, ein direkter Zusammenhang mit dem 1. April gilt aber als unwahrscheinlich.

Antike römische Marmorsäulen im Morgenlicht, davor blühende Mandelzweige unter blauem Himmel
Bild: KI-generiert

Die Hilaria waren ein römisches Freudenfest Ende März. Gefeiert wurde die Auferstehung des Attis, einer Gestalt aus dem Kult der Göttermutter Kybele, und zwar mit Freude und Verkleidungen [1]. Der Haupttag war der 25. März [2] [3].

Wie das Fest ablief

Die Hilaria bildeten den Abschluss einer Festfolge im März. Die englischsprachige Wikipedia rekonstruiert eine Festfolge, die vorläufig am 15. März mit einer Zeit der Enthaltsamkeit begann. Am 22. März wurde eine Pinie gefällt und im Tempel der Kybele aufgestellt, der 23. März war ein Trauertag, und am 24. März folgte der "Tag des Blutes" mit ekstatischen Riten [2]. Der 25. März war dann der Tag der Freude über die Rückkehr des Attis. Auf ihn folgten ein Ruhetag und am 27. März eine rituelle Waschung, die Kaiser Mark Aurel hinzugefügt hatte [2].

Pinienzapfen und rosa Frühlingsblüten liegen auf einem verwitterten antiken Steinaltar im Sonnenlicht
Bild: KI-generiert

An diesem Tag zog eine Prozession mit der Statue der Göttin durch die Stadt, dazu gab es Spiele und Maskeraden. Der Geschichtsschreiber Herodian berichtet, dass Verkleidete jeden nachahmen durften, sogar hohe Amtsträger [2]. Nach Maximus dem Bekenner durfte an diesem Tag niemand Trauer zeigen [2]. Im Kult der Isis gab es außerdem eine Hilaria am 3. November [3].

Die Verkleidungen hatten auch eine ernste Seite. Herodian erzählt, ein gewisser Maternus habe geplant, Kaiser Commodus während der Hilaria im Schutz der Masken zu töten. Der Plan wurde verraten, und Commodus brachte der Kybele danach ein Opfer dar [2].

Beispiel: Hilaria und der 1. April

Verkleidung, Spott über Mächtige und ein Datum kurz vor dem April: Das klingt nach einem Vorläufer des Aprilscherzes. Entsprechend taucht die Hilaria in vielen Erklärungen zur Herkunft des 1. April auf. Das Museum of Hoaxes führt sie in einer Reihe von Festen, die oft als Vorbild genannt werden [1]. Auch die brasilianische Zeitung Diario de Pernambuco nennt die Hilaria am 25. März als mögliche Wurzel [4].

Belegt ist diese Verbindung nicht. Das Museum of Hoaxes hält einen direkten Zusammenhang zwischen dem 1. April und einem der römischen Feste für unwahrscheinlich und schreibt, dass es über den Ursprung keine Einigkeit gibt. Eher komme ein Fest des Mittelalters in der Nähe der Frühlings-Tagundnachtgleiche als Wurzel in Frage [1]. Was sich zur Herkunft sagen lässt, steht unter Herkunft des Aprilscherzes.

Verwandte Begriffe

Ein anderes römisches Fest mit verkehrter Ordnung waren die Saturnalien im Dezember. Aus dem Mittelalter kennt man das Narrenfest der Kleriker. Eine weitere Herleitung des 1. April führt über das Edikt von Roussillon in Frankreich.

Auch genannt: Hilarien

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Ist die Hilaria der Ursprung des Aprilscherzes?

Dafür gibt es keinen Beleg. Das Fest wird oft als Vorläufer genannt, weil es Ende März lag und Verkleidungen dazugehörten. Das Museum of Hoaxes hält einen direkten Zusammenhang aber für unwahrscheinlich.

Gab es die Hilaria nur im März?

Die bekannte Hilaria im Kult von Kybele und Attis fiel auf den 25. März. Im Kult der Isis gab es ein gleichnamiges Fest am 3. November, als Abschluss der Isia.

Quellen

  1. Museum of Hoaxes: The Origin of April Fool's Day, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia (Englisch): Hilaria, en.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
  3. Wikipedia: Hilaria (Begriffsklärung), de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
  4. Diario de Pernambuco: Saiba a origem do Dia da Mentira, diariodepernambuco.com.br, abgerufen am 06.11.2026.