Was bedeutet "in den April schicken"?
Jemanden in den April schicken heißt, ihn am 1. April mit einem Scherz hereinzulegen. Ursprünglich schickte man Leichtgläubige auf sinnlose Botengänge, etwa um etwas zu holen, das es nicht gibt. Gedruckt steht die Wendung "in Aprillen schicken" 1647 in Wolfgang Schönsleders Wörterbuch, ein Flugblatt mit ähnlicher Wendung stammt von 1631 oder 1632.

Wer jemanden in den AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar schickt, legt ihn am 1. April mit einem Scherz herein. Das Wörterbuch DWDS erklärt die Wendung mit "jmdn. zum Besten halten", also einen AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar mit ihm machen [1]. Wörtlich steckt darin ein alter Brauch: Man schickte Leichtgläubige los, um etwas zu holen oder zu erledigen, das es gar nicht gab.
Erklärung
Die Wendung ist übertragen gemeint: Geschickt wird man auf einen Weg, der ins Leere führt. Daneben gibt es regionale Formen wie "zum April schicken", "um den April schicken" oder "für den April schicken" [2]. Wer so hereingelegt wurde, ist ein AprilnarrAprilnarr Ein Aprilnarr ist jemand, der am 1. April auf einen Scherz hereinfällt und sich in den April schicken lässt, etwa auf einen sinnlosen Botengang oder eine erfundene Nachricht. Das Wort entspricht dem englischen "April fool". Heute endet der Scherz mit "April, April!" und im besten Fall mit einem gemeinsamen Lachen. Im Glossar.
Der älteste bekannte deutsche Beleg ist laut einer Recherche des Museum of HoaxesHoax Hoax ist das englische Wort für einen Schwindel. Im Deutschen meint es meist eine Falschmeldung, die sich über soziale Netzwerke, E-Mail oder Messenger verbreitet, weil viele sie glauben und weiterleiten. Typisch sind Kettenbriefe und angebliche Spendenaktionen. Im Glossar eine Notiz des Straßburger Glasers Lorenz Fritsch aus der Zeit vor etwa 1625: Am ersten Tag des April schicke man die Narren, wohin man wolle [2]. Ein Flugblatt, das den Feldherrn Tilly als Aprilnarren verspottet, trägt im Titel die Wendung "nach dem Aprill schicket". Es wird auf 1631 oder 1632 datiert [2].
In einem Wörterbuch steht die Wendung zuerst in der vierten Ausgabe des Promptuarium Germanico-Latinum von Wolfgang Schönsleder, erschienen 1647. Dort heißt es "in Aprillen schicken", übersetzt mit "calendis Aprilibus circummittere", also am 1. April herumschicken [2].
Warum das Jahr 1618 nicht stimmt
Oft liest man, die Wendung sei 1618 in Bayern zum ersten Mal belegt. Das geht auf ein Wörterbuch von 1939 zurück, das Schönsleders Werk mit diesem Jahr zitiert [2]. Die erste Ausgabe von 1618 ist digitalisiert, die Wendung kommt darin aber nicht vor. Sie findet sich erst in der späteren Ausgabe von 1647 [2]. Die Angabe 1618 ist also ein Übertragungsfehler, der seitdem oft abgeschrieben wurde.
Beispiel
Ein Klassiker in Werkstätten: Der neue Lehrling soll beim Nachbarbetrieb die Ersatzblasen für die Wasserwaage holen. Dort schickt man ihn freundlich weiter, bis jemand "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!" ruft. Ganz ähnlich lief ein früher Aprilscherz in England ab: Am 1. April 1698 schickte man in London Leute zum Graben des Tower, um die Löwen beim Waschen zu sehen [3]. Für deinen eigenen Botengang gilt: kurz halten, niemanden in den Regen oder auf die Straße schicken und schnell auflösen.

Verwandte Begriffe
Der Scherz heißt Aprilscherz, der Hereingelegte Aprilnarr, und mit "April, April!" wird aufgelöst. Den Londoner Botengang beschreibt die Löwenwäsche im Tower, die schottische Form ist Hunt the Gowk.
Auch genannt: in den April geschickt, in den April zu schicken, in den April schickt
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Seit wann gibt es die Redewendung "in den April schicken"?
Belegt ist sie seit dem frühen 17. Jahrhundert: um 1625 in Straßburg, auf einem Flugblatt von 1631 oder 1632 und im Wörterbuch von Schönsleder 1647. Ein Beleg von 1618 findet sich in der Ausgabe dieses Jahres nicht.
Kann man auch an anderen Tagen jemanden in den April schicken?
Streng genommen nicht, die Wendung gehört zum 1. April. Im Scherz sagen manche sie aber auch, wenn jemand an einem anderen Tag auf eine Flunkerei hereinfällt.
Quellen
- DWDS, Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache: April, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Museum of Hoaxes: What's the earliest German reference to April Fool's Day?, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- Museum of Hoaxes: The Origin of April Fool's Day, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.