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Glossar

Was bedeutet "Possen reißen"?

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Possen reißen bedeutet, Scherz und Spott zu treiben und andere mit Unfug zum Lachen zu bringen. Possen sind derbe Streiche, Unfug und Schabernack, wer sie reißt, ist ein Possenreißer. Eine Posse ist außerdem ein derb-komisches Theaterstück, dessen Komik meist aus der Übertreibung entsteht, bekannt sind etwa die Possen von Johann Nestroy.

Eine kleine Holzbühne mit geschlossenem rotem Samtvorhang steht in einem leeren alten Saal
Bild: KI-generiert

Wer Possen reißt, treibt Scherz und Spott [1]. Possen sind derbe Streiche, Unfug und Schabernack, und einen Menschen, der damit andere unterhält, nennt man Possenreißer [1]. Im Theater ist eine Posse ein derb-komisches Stück, dessen Komik meist aus der Übertreibung entsteht [1].

Erklärung

Ursprünglich bezeichnete frühneuhochdeutsch posse oder bosse Zierat und Beiwerk, besonders groteske Figuren an Brunnen [1]. Entlehnt ist das Wort aus altfranzösisch boce, französisch bosse, was Buckel, Höcker, Beule oder Relief bedeutet; die weitere Herkunft ist unsicher [1]. Früh wandelte sich die Bedeutung von der komischen Figur zum Scherz und lustigen Streich [1].

Possenreißer und Possenspiel sind seit dem 16. Jahrhundert belegt, die kurze Form Posse für das Theaterstück erst seit dem 18. Jahrhundert [1]. Aus derselben Familie stammt das Adjektiv possierlich, also klein und lustig, das ebenfalls im 16. Jahrhundert auftaucht [1].

Neben dem Theaterstück hat Posse eine übertragene Bedeutung. So nennt man ein unerfreuliches Geschehen, das zum Spott reizt, besonders in der Politik; das DWDS führt als Beispiel die "unwürdige Posse" in einem Streit bei einem Fußballverein an [1]. Dazu gehört auch das Wort Provinzposse [1]. Zeitungen schrieben etwa von einer Posse um eine gesperrte Treppe in Saarbrücken oder um einen Streit über Würste in Würzburg [1].

Beispiele für Possen

Im Alltag reißt Possen, wer Grimassen schneidet, andere nachmacht oder den Klassenclown spielt. Auf der Bühne ist die Posse eine eigene Gattung, und eine Posse von Nestroy zu spielen, nennt das DWDS als Beispiel für diese Bedeutung [1]. Arthur Schnitzler erinnerte sich an eine "ordinäre Posse" mit dem Titel "Zwei Taube", in der er selbst aufgetreten war [1]. Wie nah die Gattungen beieinanderliegen, zeigt ein Beleg von 1902, der eine Versammlung zugleich als "Lustspiel, eine Komödie und Posse" beschreibt [1].

Ein Schellenstab mit Glöckchen und bunten Bändern lehnt vor einem geschlossenen roten Theatervorhang
Bild: KI-generiert

Verwandt ist das alte Verb bossieren oder possieren, das so viel hieß wie lustig sein, scherzen und Possen treiben [1].

Ein Aprilscherz ist eine Posse im Kleinen: ein harmloser Unfug, über den am Ende alle lachen sollen. Damit es dabei bleibt, gelten am 1. April unsere Grundsätze für harmlose Streiche. Nichts darf kaputtgehen, niemand wird vor anderen bloßgestellt, und die Auflösung kommt noch am selben Tag.

Verwandte Begriffe

Gleichbedeutend sind Schabernack und Streich; das DWDS nennt einen Streich auch Possen [2]. Umgangssprachlich heißt ein Spaß Jux oder Ulk. Die bekannteste Figur der deutschen Literatur, die ihren Mitmenschen Streiche spielt, ist Till Eulenspiegel.

Auch genannt: Possen reißen, Possenreißer, Posse

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Heißt es "Possen reißen" oder "Possen treiben"?

Verstanden wird beides. Als feste Wendung steht im Wörterbuch "Possen reißen", davon kommt auch das Wort Possenreißer [q:1].

Ist eine Posse dasselbe wie eine Komödie?

Die Posse ist eine Form der Komödie mit einfacher Handlung und derber Komik, die vor allem auf Übertreibung setzt. Eine Komödie kann dagegen auch fein und hintergründig sein.

Quellen

  1. DWDS: Posse, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. DWDS: Streich, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.