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Glossar

Was ist eine Narrenkappe?

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Die Narrenkappe ist die zipflige Kappe mit Schellen, die der Narr trägt. Im späten Mittelalter entstand sie aus der Gugel, einer Kapuze; ihre Zipfel wurden zu Eselsohren mit Schellen an den Enden, später kam ein Hahnenkamm dazu. Heute tragen Karnevalisten und Fastnachter die Narrenkappe, oft als Zeichen ihres Vereins.

Eine bunte Narrenkappe mit drei Zipfeln und Glöckchen liegt auf einem rustikalen Holztisch
Bild: KI-generiert

Die Narrenkappe ist eine zipflige Kappe mit Schellen, wie sie der Narr trägt [1]. Im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit war sie die typische Kopfbedeckung des Narren, heute ist sie vor allem die Mütze der Karnevalisten und Fastnachter [2]. Ein älteres Wort dafür ist Schellenkappe [1].

Erklärung

Das Wort ist seit dem 15. Jahrhundert belegt [1]. Woher der Narr selbst seinen Namen hat, ist unklar. Das DWDS nennt althochdeutsch narro und als mögliche Quelle spätlateinisch nario, den "Nasenrümpfer" oder Spötter [1]. Früher bezeichnete Narr auch einen geistig kranken Menschen, daran erinnert das alte Wort Narrenhaus [1].

Nahaufnahme eines kleinen Glöckchens aus Messing an einer rot-gelben Stoffspitze
Bild: KI-generiert

Die Form hat sich über Jahrhunderte verändert [2]. Auf Psalterbildern des 13. Jahrhunderts erscheint der Narr noch kahlköpfig oder mit wirrem Haar. Im 14. Jahrhundert trägt er die Gugel, eine kapuzenartige Kopfbedeckung mit einem Zipfel, deren überlange Sendelbinde ihn zum Ziel des Spotts machte. Daraus wurde eine Form mit zwei Zipfeln, die sich zu Eselsohren mit Schellen an den Enden wandelten; der Esel stand für Dummheit und Trägheit [2]. Im 15. Jahrhundert kam auf dem Scheitel ein Hahnenkamm oder Hahnenkopf hinzu [2].

Die Eselsohren verschwanden bis zum 19. Jahrhundert, vermutlich weil sie schwer zu nähen waren. Der Hahnenkamm hat sich vielerorts bis heute gehalten [2]. Zur Ausstattung gehörte oft die Marotte, das Narrenzepter; ein Holzschnitt von Heinrich Vogtherr dem Jüngeren um 1540 zeigt einen Narren mit Kappe und Marotte [2].

Beispiele für die Narrenkappe

Im Kölner Karneval wurde die Kappe 1827 zum einheitlichen Kennzeichen der Mitglieder der Großen Karnevalsgesellschaft, angeregt von Generalmajor Czettritz [2]. Der Vorstand entschied sich für eine Kappe mit senkrechten rot-weißen Streifen und grünen und gelben Quästchen [2]. Die älteste erhaltene Narrenkappe Deutschlands stammt von 1840; sie wurde in Speyer gefunden und ist im Deutschen Fastnachtmuseum ausgestellt [2].

Ein altes Sprichwort lautet "Jedem Narr sei Kapp" [2]. Es meint, dass man Menschen ihre Eigenheiten lassen soll. Die Kappe steht bis heute für Karnevalisten und Fastnachter, manchmal auch für Menschen mit auffälligen Eigenheiten [2]. Für einen Aprilscherz brauchst du keine Narrenkappe, aber bei der Auflösung macht sie sofort klar, dass alles nur Spaß war.

Verwandte Begriffe

Die Narrenkappe gehört zum Hofnarren, der am Fürstenhof Narrenfreiheit genoss. Beim mittelalterlichen Narrenfest trugen manche Teilnehmer Hüte mit Eselsohren. Weitere Figuren aus der Welt der Narren sind der Harlekin und der Hanswurst.

Auch genannt: Narrenkappen, Schellenkappe

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Warum hat die Narrenkappe Glöckchen?

Die Schellen saßen ursprünglich an den Enden der Eselsohren, die aus den Zipfeln der Gugel hervorgingen [q:2]. Das Wörterbuch beschreibt die Narrenkappe bis heute als zipflige Kappe mit Schellen [q:1].

Wie viele Zipfel hat eine Narrenkappe?

Das hat sich mit der Zeit geändert. Die Gugel hatte einen Zipfel, daraus entstand eine Form mit zwei Zipfeln, die später als Eselsohren gestaltet wurden [q:2]. Die Kölner Vereinskappe von 1827 war dagegen rot-weiß gestreift und mit Quästchen besetzt [q:2].

Quellen

  1. DWDS: Narrenkappe, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia: Narrenkappe, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.