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Glossar

Was ist eine Parodie?

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Eine Parodie ist die komisch übertriebene Nachahmung eines bekannten Werkes oder des Stils eines bekannten Künstlers. Das Wort kam im 17. Jahrhundert aus dem Französischen ins Deutsche und geht auf griechisch parōdía zurück, wörtlich "Nebengesang". Viele Aprilscherze der Medien parodieren die eigene Berichterstattung und wirken gerade deshalb echt.

Zwei gleiche weiße Teetassen auf einem Holztisch, auf eine ist ein schwarzer Schnurrbart gemalt
Bild: KI-generiert

Eine Parodie ist eine komisch-satirische Nachahmung eines bekannten Werkes oder des Stils eines bekannten Künstlers [1]. Sie übernimmt die Form des Vorbilds und füllt sie mit einem Inhalt, der nicht dazu passt. Komisch wirkt sie, weil man das Original wiedererkennt.

Erklärung

Das Wort ist seit dem 17. Jahrhundert im Deutschen belegt und kam aus dem Französischen [1]. Es geht auf lateinisch parōdia und griechisch parōdía zurück, eine ins Komische gewendete Nachahmung eines Gesanges, Liedes oder Gedichtes, eigentlich "Nebengesang" [1]. Darin steckt griechisch ōdḗ, das Lied. Auch das Verb parodieren ist seit dem 17. Jahrhundert belegt [1].

Eine weiße Teetasse spiegelt sich in einem gewölbten Zerrspiegel und wirkt lang und verbogen
Bild: KI-generiert

Der Literaturwissenschaftler Gérard Genette beschreibt die Parodie als "spielerische Transformation" eines Textes [1]. Die Parodie verändert ihr Vorbild also, lässt es aber erkennbar. Würde niemand mehr das Original bemerken, bliebe von der Komik nichts übrig.

Das DWDS kennt neben der Hauptbedeutung weitere [1]. Eine Parodie kann ein komisch-spöttischer neuer Text sein, den jemand einer bekannten Melodie unterlegt. In der Musik bezeichnet das Wort außerdem die Wiederverwendung von Teilen einer Komposition für ein anderes Werk. Dieser musikalische Sinn meinte ursprünglich eine ernsthafte Umformung; Bach und Händel arbeiteten mit dieser Technik [1]. Abwertend spricht man von einer Parodie, wenn eine Nachahmung misslungen ist, etwa von einer "Parodie der Demokratie" [1].

Beispiel: die Spaghetti-Ernte

Am 1. April 1957 zeigte die BBC in ihrem Nachrichtenmagazin "Panorama" einen etwa dreiminütigen Bericht über eine Familie im Tessin, die Spaghetti von Bäumen erntet [2]. Den Text sprach der angesehene Moderator Richard Dimbleby im nüchternen Ton einer Nachrichtensendung [2]. Erfundene Einzelheiten aus der Landwirtschaft, etwa ein milder Winter und das Fehlen des Spaghetti-Rüsselkäfers, machten die Reportage glaubwürdig [2]. Das Drehbuch stammte von David Wheeler, und zum Schluss hieß es sinngemäß, nichts gehe über echte, selbst angebaute Spaghetti [2].

Der Bericht parodiert die Agrarreportage: Stimme, Bilder und Aufbau stimmen, nur der Inhalt ist absurd. Nach demselben Muster arbeiten viele Aprilscherze in Zeitung, Radio und Fernsehen. Wer die vertraute Form ernst nimmt, glaubt dann auch dem unglaublichen Inhalt. Mehr zur Sendung steht unter Spaghetti-Ernte im Tessin.

Verwandte Begriffe

Die Satire benutzt oft parodistische Mittel, zielt aber auf einen Missstand und weniger auf ein Vorbild. Ein häufiges Mittel beider ist die Ironie. Ein erfundener Bericht in der Presse ist eine Zeitungsente, eine gezielte Täuschung der Öffentlichkeit eine Mystifikation.

Auch genannt: Parodien, parodieren, parodiert, parodistisch

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Parodie und Satire?

Die Parodie ahmt ein bestimmtes Vorbild nach, ein Werk, einen Stil oder eine Sendung. Die Satire will einen Missstand lächerlich machen und kann dafür eine Parodie benutzen. Viele Texte sind beides zugleich.

Ist eine Parodie erlaubt?

Parodien sind eine alte und verbreitete Kunstform. Ob eine bestimmte Parodie Rechte anderer verletzt, etwa das Urheberrecht, hängt vom Einzelfall ab; im Zweifel klärt das eine Anwältin oder ein Anwalt.

Quellen

  1. DWDS: Parodie, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Museum of Hoaxes: The Swiss Spaghetti Harvest, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.