Was bedeutet "Poisson d'avril"?
Poisson d'avril heißt auf Französisch "Aprilfisch" und ist der französische Name für den Aprilscherz. Am 1. April klebt man jemandem heimlich einen Papierfisch auf den Rücken. Die Wendung steht schon 1508 in einem Gedicht von Eloy d'Amerval, ob sie dort den 1. April meint, ist aber unklar.

"Poisson d'avril" ist Französisch und heißt wörtlich "Aprilfisch". In Frankreich ist das bis heute das Wort für den AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar [1]. Dazu gehört ein Brauch: Am 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar klebt man jemandem unbemerkt einen Fisch aus Papier auf den Rücken [2].
Was der Ausdruck meint
Gemeint ist jeder Scherz, den man jemandem am 1. April spielt, und zugleich der Papierfisch selbst, der an diesem Tag auf fremden Rücken landet [2].
Älter ist eine andere Bedeutung. Der Sprachforscher Alain Rey, auf den sich das Wörterbuch Expressio stützt, setzt den heutigen Sinn erst ins späte 17. Jahrhundert. Seit dem 15. Jahrhundert konnte "poisson" einen Zuhälter bezeichnen, und ein "poisson d'avril" war ein junger Kuppler, passend zu den heimlichen Liebschaften im Frühling. Wie aus diesem Wort der Name für den Aprilscherz wurde, erklärt Rey nicht [2].
Die älteste bekannte Stelle steht in "Le livre de la deablerie" von Eloy d'Amerval aus dem Jahr 1508, einem Zwiegespräch zwischen Satan und Luzifer. Dort fällt "poisson d'avril" in einer Reihe von Schmähwörtern gleich neben "maquereau", einem weiteren Wort für Zuhälter. Ob d'Amerval dabei an den 1. April dachte oder nur einen Dummkopf meinte, lässt sich laut Museum of HoaxesHoax Hoax ist das englische Wort für einen Schwindel. Im Deutschen meint es meist eine Falschmeldung, die sich über soziale Netzwerke, E-Mail oder Messenger verbreitet, weil viele sie glauben und weiterleiten. Typisch sind Kettenbriefe und angebliche Spendenaktionen. Im Glossar nicht sagen [1].
Woher der Fisch im Namen kommt, ist nicht geklärt. Am häufigsten liest man, König Karl IX. habe mit dem Edikt von RoussillonEdikt von Roussillon Das Edikt von Roussillon erließ der französische König Karl IX. im August 1564. Ein Artikel legte den 1. Januar als Jahresbeginn für ganz Frankreich fest, vorher begann das Jahr je nach Bistum an Weihnachten, am 25. März oder an Ostern. Die oft erzählte Erklärung, der Aprilscherz sei so entstanden, ist nicht belegt. Im Glossar den Jahresbeginn auf den 1. Januar gelegt, und wer weiter im April Neujahr feierte, sei mit falschen Geschenken verspottet worden. Das Parlament machte den Erlass am 22.12.1564 zum Gesetz [1]. Expressio weist aber darauf hin, dass kein Text eine Gegend belegt, in der das Jahr am 1. April begann. Andere Deutungen verweisen auf die Fastenzeit, in der Fisch das Fleisch ersetzte, oder auf das Sternzeichen Fische, das die Sonne um diese Zeit verlässt. Belege fehlen für alle [2].
Beispiel: der Papierfisch auf dem Rücken
Für den klassischen StreichStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar schneidest du aus buntem Papier einen Fisch in Handgröße aus. Ein Stück Malerkrepp auf der Rückseite hält ihn an Jacke oder Pullover und lässt sich wieder abziehen, ohne den Stoff zu beschädigen. Dann heftest du den Fisch jemandem im Vorbeigehen an den Rücken und wartest, bis die anderen kichern oder die Person ihn selbst findet. Spätestens dann sagst du "Poisson d'avril!" oder einfach "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!".

Wie du den Streich mit Kindern vorbereitest und was du dabei beachtest, steht in der Anleitung Papierfisch auf dem Rücken. Eine Bastelvorlage gibt es unter Aprilfisch zum Ausdrucken, und mehr über den Tag in Frankreich erzählt die Seite Aprilscherz in Frankreich.
Verwandte Begriffe
Das italienische Gegenstück heißt Pesce d'aprile, ebenfalls ein Aprilfisch. Den allgemeinen Begriff für Streiche am 1. April erklärt der Eintrag Aprilscherz. Wer der Theorie mit dem Kalender nachgehen will, findet beim Edikt von Roussillon, was Karl IX. tatsächlich geändert hat.
Auch genannt: Poissons d'avril, Aprilfisch, Aprilfische
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Woher kommt der Fisch im Namen?
Das weiß niemand sicher. Genannt werden die Fastenzeit, das Sternzeichen Fische und ein alter Spott über Leute, die Neujahr im April feierten. Für keine dieser Erklärungen gibt es einen Beleg.
Womit klebe ich den Papierfisch am besten fest?
Nimm Malerkrepp oder ein Klebeband, das sich ohne Rückstände löst. Klebstoff, Nadeln und Sicherheitsnadeln haben auf fremder Kleidung nichts zu suchen. Bei empfindlichen Stoffen wie Seide oder Wildleder lässt du den Fisch besser ganz weg.
Quellen
- Museum of Hoaxes: The Origin of April Fool's Day, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- Expressio: Poisson d'avril, expressio.fr, abgerufen am 06.11.2026.