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Das UFO über London: der Heißluftballon von 1989

Eine leuchtende fliegende Untertasse landet auf einem Feld in Surrey, die Polizei rückt aus. Dahinter steckte ein Heißluftballon von Richard Branson.

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Silberner Heißluftballon in Form einer fliegenden Untertasse schwebt im Morgengrauen über einem Feld
Bild: KI-generiert

Kurz gesagt

Das UFO über London war ein Heißluftballon in Form einer fliegenden Untertasse, mit dem Richard Branson am 01.04.1989 im Londoner Hyde Park landen wollte. Ein Windwechsel drückte den Ballon schon am 31. März auf ein Feld in der Grafschaft Surrey. Autofahrer meldeten das leuchtende Objekt, und die Polizei schickte Beamte, die vor einer Gestalt im silbernen Anzug davonliefen.

Das UFO über London war ein Heißluftballon, der wie eine fliegende Untertasse aussah. Gebaut hatte ihn der britische Unternehmer Richard Branson, damals Chef von Virgin Records, für einen Aprilscherz im Jahr 1989 [1]. Er wollte am 1. April im Londoner Hyde Park landen, doch ein Windwechsel brachte den Ballon einen Tag zu früh auf ein Feld in der Grafschaft Surrey [1]. Am 31. März wurden deshalb Polizisten losgeschickt, um eine leuchtende fliegende Untertasse zu untersuchen [1].

Der Plan: eine Landung im Hyde Park

Branson war damals Chef von Virgin Records und als Gründer von Virgin bekannt [1]. Für den 1. April 1989 hatte er sich einen Auftritt ausgedacht, der kaum zu übersehen war. Ein eigens gebauter Heißluftballon in Form eines UFOs sollte mitten in London im Hyde Park aufsetzen [1]. National Geographic beschreibt das Gefährt als silberne fliegende Untertasse und schreibt, Branson sei selbst an Bord gewesen [2]. Nach dem Christian Science Monitor war der Ballon wie ein Raumschiff bemalt, und Branson trug einen silbernen Overall [3].

Silberne Ballonhülle wird im Morgengrauen auf einer Wiese aufgeblasen, daneben liegt der Korb
Bild: KI-generiert

Gestartet war Branson nach dem Museum of Hoaxes am Tag vor der Landung [1]. Wie lange die Fahrt geplant war und von wo der Ballon aufstieg, nennen unsere Quellen nicht. Klar ist der Gedanke dahinter: Eine Untertasse über der Hauptstadt am Morgen des 1. April hätte jeder sofort als Scherz verstanden, spätestens wenn ein bekannter Unternehmer ausgestiegen wäre.

Ein Windwechsel und eine Landung zu früh

Das Wetter machte aus dem geplanten Scherz einen echten Schreck. Nach allen drei Quellen drehte der Wind, und der Ballon ging einen Tag zu früh nieder, auf einem Feld in Surrey südwestlich von London [1] [2] [3]. Damit landete die Untertasse am 31. März 1989, einem Tag, an dem niemand mit Aprilscherzen rechnete [1]. Der wichtigste Hinweis, das Datum, fehlte also.

Feldweg mit frischen Reifenspuren führt in der Morgendämmerung über ein leeres Feld mit Nebel
Bild: KI-generiert

Wer das leuchtende Ding am Himmel sah, hatte keinen Grund, an einen Scherz zu denken. Die Leute sahen ein großes, rundes, silbern leuchtendes Objekt, das langsam sank und auf einem Acker liegen blieb. Ein Heißluftballon in dieser Form war ein ungewohnter Anblick, und ein leuchtendes Objekt am Himmel lässt sich aus einem fahrenden Auto kaum genauer erkennen.

Was die Autofahrer und die Polizei erlebten

Die Polizei bekam nach dem Museum of Hoaxes eine Flut von Anrufen verängstigter Autofahrer [1]. Viele hielten auf der nahen Autobahn an und meldeten das Objekt über die Notrufsäulen am Straßenrand [1]. Auch der Christian Science Monitor schreibt, Autofahrer hätten die Polizei alarmiert [3].

Die Beamten, die zum Feld fuhren, gingen mit gezogenen Schlagstöcken auf das Gefährt zu [1]. Dann öffnete sich unten eine Luke, und eine kleine Gestalt in einem silbernen Raumanzug kam heraus. Die Polizisten liefen in die andere Richtung [1]. Einer von ihnen sagte später, er habe sich in 20 Dienstjahren noch nie so gefürchtet [1].

Wer da ausstieg, beschreiben die Quellen unterschiedlich. Nach dem Museum of Hoaxes war es ein kleinwüchsiger Mann im Kostüm [1]. Der Christian Science Monitor schreibt, die Polizei habe gesehen, wie Branson selbst als Außerirdischer verkleidet herauskletterte [3]. National Geographic spricht nur von einer Gestalt in Silber, vor der die Polizei floh, und davon, dass Branson an Bord war [2]. Möglich ist, dass beide an Bord waren. Belegen lässt sich das mit unseren Quellen nicht.

Warum der Scherz misslang und trotzdem berühmt wurde

Gemessen am Plan ging der Scherz schief. Ein Aprilscherz lebt davon, dass das Publikum ihn am 1. April erlebt und an diesem Tag mit einer Täuschung rechnen kann. Bransons Untertasse kam am Vortag und an einem Ort, an dem kein Publikum wartete. Zum Feld kamen Polizisten, und bei der Polizei gingen Anrufe verängstigter Menschen ein.

Berühmt wurde die Geschichte trotzdem, vielleicht gerade deshalb. Sie hat alles, was man von einer UFO-Sichtung kennt: ein leuchtendes Objekt, eine Landung auf einem Feld, eine silberne Gestalt und Polizisten, die fliehen. Nur löst sich am Ende alles in einen Ballon auf. Das Museum of Hoaxes führt den Fall unter seinen bekannten Aprilscherzen, National Geographic zählt ihn zu den vier erstaunlichsten Weltraum-Scherzen [1] [2]. Ein zweiter britischer Scherz mit Blick zum Himmel ist der Schwerkraft-Scherz der BBC, bei dem die Hörer selbst abheben sollten.

Wie die Geschichte weitererzählt wird

Wie bei vielen berühmten Scherzen wachsen auch hier die Einzelheiten mit jeder Nacherzählung. Das Museum of Hoaxes erzählt zusätzlich von einer Frau, die bei einem Radiosender anrief, um das UFO von ihrem Fenster aus zu beschreiben [1]. Der Christian Science Monitor führt den Fall im Jahr 2011 unter der Überschrift "Virgin Galactic invasion" und bringt ihn mit Bransons Plänen für die Raumfahrt in Verbindung [3]. Die Raumfahrtfirma dieses Namens gab es zur Zeit des Ballons allerdings noch nicht, sie entstand erst viele Jahre später. Solche Verknüpfungen sind typisch für Geschichten, die oft weitergegeben werden: Aus dem, was man heute über eine Person weiß, wird rückwirkend ein Motiv.

Für uns heißt das, beim Erzählen vorsichtig zu sein. Sicher belegt sind die Form des Ballons, der Plan mit dem Hyde Park, die zu frühe Landung in Surrey, die Anrufe und die fliehenden Polizisten. Wer genau ausstieg und was Branson damit bezweckte, bleibt offen.

Was wir heute anders sehen

So lustig die Geschichte heute klingt, sie hatte eine ernste Seite. Autofahrer hielten auf der Autobahn an und nutzten die Notrufsäulen, und die Polizei musste ausrücken [1]. Solche Folgen sind genau das, was ein Aprilscherz vermeiden sollte. Branson hatte das nicht geplant, der Wind hat den Scherz in diese Richtung gedrückt. Trotzdem zeigt der Fall, wie schnell eine harmlose Idee Menschen erschreckt und Einsatzkräfte bindet, wenn Ort und Zeit nicht stimmen.

Für eigene Scherze gilt deshalb: Nichts vortäuschen, was andere zum Notruf greifen lässt, und nichts, wofür Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst ausrücken. Unsere Harmlos-Regeln fassen zusammen, wo die Grenzen liegen, und wann ein Scherz rechtlich heikel wird, steht auf der Seite Sind Aprilscherze erlaubt?. Dort geht es auch um den Missbrauch von Notrufen.

Ein UFO als Streich im Kleinen

Die Idee einer gelandeten Untertasse lässt sich zu Hause harmlos nachbauen, ohne dass jemand erschrickt. Zwei Pappteller aus dem Vorrat, mit den Rändern aufeinandergelegt und mit Alufolie überzogen, ergeben eine kleine Untertasse. Leg sie am Morgen des 1. April auf den Rasen oder auf den Balkon, dazu ein paar Spuren aus Mehl auf einer Steinplatte, die sich leicht wegfegen lassen. Wichtig ist, dass jeder sofort sieht, dass es Spielzeug ist, und dass niemand Fremdes darauf hereinfällt und Hilfe holt. Kinder freuen sich über eine kurze Nachricht der Außerirdischen, die am Frühstückstisch liegt. Weitere Ideen für Garten, Hof und Straße sammeln wir bei den Aprilscherzen draußen.

Ein Scherz in der Tradition britischer Medien

Großbritannien ist bekannt für Aprilscherze mit großem Aufwand, von Sendern, Zeitungen und Firmen. Wie dort der Tag gefeiert wird und warum die Scherze traditionell nur bis Mittag gelten, erklären wir beim Aprilscherz in Großbritannien. Weitere Fälle findest du in der Übersicht der berühmten Aprilscherze. Und wenn dir eine sensationelle Meldung über Außerirdische begegnet, hilft die Seite Aprilscherze in den Medien erkennen beim Einordnen.

Häufige Fragen

War das UFO über London echt?

Nein. Es war ein Heißluftballon, der wie eine fliegende Untertasse gebaut und bemalt war. Richard Branson hatte ihn als Aprilscherz geplant.

Wo landete der Ballon?

Auf einem Feld in der Grafschaft Surrey südwestlich von London. Eigentlich sollte er im Hyde Park mitten in London aufsetzen.

Warum landete das UFO einen Tag zu früh?

Der Wind hatte gedreht und den Ballon früher als geplant heruntergedrückt. Deshalb kam die Untertasse am 31. März an, als noch niemand mit einem Aprilscherz rechnete.

Wer stieg aus dem UFO aus?

Das berichten die Quellen unterschiedlich. Eine nennt einen kleinwüchsigen Mann im silbernen Kostüm, eine andere Branson selbst als Außerirdischen verkleidet.

Quellen

  1. The Museum of Hoaxes (Alex Boese): UFO Lands Near London, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
  2. National Geographic (Becky Little): 4 Far-Out Space Hoaxes for April Fools' Day, nationalgeographic.com, abgerufen am 06.11.2026.
  3. The Christian Science Monitor (Aaron Couch): April Fool's Day history: five best-ever pranks, csmonitor.com, abgerufen am 06.11.2026.