Was ist ein Kettenbrief?
Ein Kettenbrief ist eine Nachricht, die den Empfänger auffordert, sie an möglichst viele andere weiterzuleiten, oft mit dem Versprechen von Glück oder der Drohung mit Pech. Früher kam er per Post oder E-Mail, heute meist über Messenger. Viele Kettenbriefe enthalten Falschmeldungen. Als Aprilscherz taugt er nicht, weil sich eine weitergeleitete Nachricht nicht zurückholen lässt.

Ein Kettenbrief ist eine Nachricht, die dich auffordert, sie weiterzuleiten. Oft droht er mit Pech, wenn du die Kette unterbrichst, oder verspricht Glück, wenn du sie an eine bestimmte Zahl von Leuten schickst [2]. Heute kursieren Kettenbriefe vor allem in Messengern und sozialen Netzwerken, früher kamen sie per Post oder E-Mail [1].
Wie Kettenbriefe sich verbreiten
Kettenbriefe sind in Amerika und England schon für das späte 19. Jahrhundert belegt. Im deutschsprachigen Raum sprach man wegen des Schneeballeffekts auch vom "Schneeballenbrief", ein Zeitungsbeleg aus der Tages-Post vom 23. November 1895 handelt von den Wirkungen eines "Schneeballens" [2]. Viele Briefe der Postzeit enthielten eine Adressliste: Man schickte der obersten Adresse Geld, strich sie und setzte die eigene ans Ende [2]. Beschwerden darüber druckte 1926 auch der schlesische Sonntagsbote [2].

Die Rechnung dahinter ist einfach. Leitet jeder Empfänger eine Nachricht an zehn Leute weiter, sind nach fünf Stufen theoretisch 100.000 Nachrichten unterwegs [2]. Deshalb erreicht eine Kette in kurzer Zeit sehr viele Menschen, und niemand kann sie mehr anhalten. Manche Ketten treffen sogar Unbeteiligte: Steht eine Telefonnummer als angebliches Hilfegesuch darin, bekommen die Menschen dahinter täglich zahlreiche Anrufe [2]. Laut klicksafe kommen Kettenbriefe in Wellen, besonders zu Schulbeginn, und wenn einer an Schwung verliert, folgt der nächste [1].
Die Initiative klicksafe unterscheidet heute unter anderem Warnungen vor angeblichen Gefahren, Angstmacher mit Gruselgeschichten, Klick-Köder und den "Gebühren-Schreck", der vor Kosten für einen Messenger warnt. Solche Gebührenwarnungen sind laut klicksafe unbegründet [1]. Grundschulkinder können solche Inhalte oft schwer einschätzen und werden verunsichert [1].
Beispiel: warum der Kettenbrief kein Aprilscherz ist
Ein AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar lebt davon, dass du ihn noch am selben Tag auflöst. Beim Kettenbrief geht das nicht. Hast du eine witzig gemeinte Kette in den Klassenchat geschickt, leiten andere sie weiter, bevor dein "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!" ankommt. Die Auflösung erreicht nur einen Teil der Leute, der Rest hält die Nachricht für echt. Bei Kindern kommt die Angst hinzu, die eine Drohung wie "sonst passiert dir etwas" auslösen kann [1].
Besser eignet sich eine Nachricht an eine einzelne Person, die du nach ein paar Minuten selbst auflöst. Vorschläge dafür stehen in unserer Sammlung Aprilscherz-Nachrichten. Bekommst du selbst einen Kettenbrief, empfiehlt klicksafe: gruselige Ketten nicht weiterschicken, unpassende löschen und Kindern erklären, dass nichts passiert, wenn sie die Kette unterbrechen [1].
Verwandte Begriffe
Viele Kettenbriefe verbreiten einen Hoax, also eine erfundene Warnung, oder eine Falschmeldung. Wenn die falsche Nachricht mit Absicht gestreut wird, spricht man von Fake News. Gruselige Ketten erzählen oft eine moderne Sage weiter.
Auch genannt: Kettenbriefe, Kettenbriefen, Kettenbriefs, Kettennachricht, Kettennachrichten
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Passiert etwas, wenn man einen Kettenbrief nicht weiterleitet?
Nein. Die angedrohten Folgen sind erfunden, sie sollen nur Druck machen. Du kannst die Nachricht einfach löschen.
Sind alle Kettenbriefe schädlich?
Nicht alle. Bei Schulkindern war früher eine Ansichtskarten-Kette beliebt: Man schickte eine Postkarte an die erste Adresse der Liste und bekam nach einigen Runden Karten aus aller Welt. Auch die Ice Bucket Challenge lief nach dem Muster einer Kette.
Quellen
- klicksafe: Kettenbriefe in digitalen Medien, klicksafe.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia: Kettenbrief, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.