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Glossar

Was bedeutet Jux?

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Jux ist ein umgangssprachliches, scherzhaftes Wort für Spaß oder Ulk. Wer etwas aus Jux tut, macht es zum Vergnügen und ohne ernste Absicht. Das Wort geht auf das lateinische iocus (Scherz) zurück, das fahrende Studenten verbreiteten. In der Literatur ist Jux seit dem 18. Jahrhundert belegt, bekannt ist Nestroys Posse "Einen Jux will er sich machen".

Bunte Luftschlangen und eine Tröte liegen zwischen Konfetti auf einem hölzernen Partytisch
Bild: KI-generiert

Jux ist ein umgangssprachliches Wort für Spaß oder Ulk. Das DWDS stuft es als umgangssprachlich und scherzhaft ein und nennt typische Sätze wie "das gibt einen Jux!", "es war doch nur ein Jux!" oder "nur so zum Jux!" [1]. Wer sich mit jemandem einen Jux macht, verulkt ihn.

Besonders fest sitzt das Wort in der Wendung "aus Jux und Tollerei", auch "aus Jux und Dollerei" oder "aus lauter Jux und Tollerei" [1]. Gemeint ist etwas, das man aus reinem Übermut tut, ohne Hintergedanken und ohne großen Plan.

Woher das Wort kommt

Hinter Jux steckt das lateinische iocus, Scherz. Fahrende Studenten, die Vaganten, verbreiteten es als studentensprachliche Form von "Jokus" [1]. In der Literatursprache ist Jux seit dem 18. Jahrhundert belegt, in der gesprochenen Sprache war es sicher älter [1]. Im 19. Jahrhundert kamen das Verb "juxen" für scherzen und "verjuxen" für Geld verjubeln hinzu [1].

Wie das Wort in der Presse klingt, zeigen die Belege im DWDS. Die Zeit schrieb 1980 über einen Film, das höre sich ernst an, es sei aber viel Jux darin [1]. Der Ton kann auch bitter sein: 1989 hieß es in derselben Zeitung, der Jux diene vor allem dazu, eine tiefe Not zu kaschieren [1]. Jux kann also auch eine Maske sein, hinter der jemand etwas Ernstes versteckt.

Beispiel: Nestroys Jux

Berühmt wurde das Wort durch Johann Nestroy. Seine Posse mit Gesang "Einen Jux will er sich machen" wurde am 10. März 1842 im Theater an der Wien uraufgeführt. Als Vorlage diente Nestroy die englische Posse "A Day Well Spent" von John Oxenford aus dem Jahr 1834 [2]. Der Handlungsdiener Weinberl, gelangweilt vom Alltag im Laden, schleicht sich mit dem Lehrling Christopherl in die Stadt, um einmal etwas zu erleben. Es folgen Verwechslungen und knappe Fluchten, am Ende kehren beide zurück und haben genug vom Abenteuer [2]. Thornton Wilder nahm das Stück als Vorlage für sein Lustspiel "The Matchmaker", aus dem später das Musical "Hello, Dolly!" wurde [2].

Kleine alte Theaterbühne mit halb geöffnetem rotem Samtvorhang und etwas Konfetti davor
Bild: KI-generiert

Am 1. April passt Jux für alles, was ohne großen Plan lustig ist und niemanden zum Dummen macht, etwa Luftschlangen über dem Frühstückstisch oder eine kleine Konfetti-Überraschung, die sich leicht wegsaugen lässt. Eine Anleitung für so eine Überraschung findest du unter Konfetti-Überraschung.

Verwandte Begriffe

Bedeutungsgleich ist Ulk, ähnlich alt und ähnlich gemütlich klingt Schabernack. Derber geht es bei den Possen zu, die man reißt. Was einen guten Streich ausmacht, erklärt der eigene Eintrag.

Auch genannt: Juxes, Juxe

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Schreibt man "aus Jux und Tollerei" oder "aus Jux und Dollerei"?

Beides ist richtig. Das DWDS führt beide Formen als feste Wendung, dazu die verstärkte Form "aus lauter Jux und Tollerei".

Was bedeutet "etwas verjuxen"?

Wer etwas verjuxt, gibt Geld leichtfertig für Vergnügen aus und bringt es durch. Das Verb ist seit dem 19. Jahrhundert belegt.

Quellen

  1. DWDS, Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache: Jux, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia: Einen Jux will er sich machen, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.