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Glossar

Was ist ein Klingelstreich?

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Ein Klingelstreich ist ein Kinderstreich, bei dem man an einer fremden Haustür klingelt und wegrennt, bevor jemand öffnet. Regional heißt er auch Klingelputze, Schellemännchen oder in Wien Glöckerlpartie. Für ältere oder kranke Menschen ist der Gang zur Tür mühsam, und auflösen lässt sich der Streich nicht. Als Aprilscherz eignet er sich deshalb nicht.

Reihe von Klingelknöpfen mit leeren Namensschildern an einer hell verputzten Hauswand
Bild: KI-generiert

Ein Klingelstreich ist ein Kinderstreich: Man klingelt an einer Haustür und rennt weg, bevor jemand öffnet [2]. Das Wort setzt sich aus "Klingel" und "Streich" zusammen [1]. Wer an die Tür kommt, findet niemanden vor und weiß nicht, wer geklingelt hat.

Wie der Klingelstreich regional heißt

Der Klingelstreich hat regional viele Namen. Wiktionary nennt für das Alemannische Schellebutze und Klinglbutze, für das Hessische Schellemännchen und Schellekloppe, für das Ostmitteldeutsche Klingelputze und für Wien die Glöckerlpartie [2]. Meist steckt im ersten Teil die Klingel selbst, mal als Schelle, mal als Glöckerl. Viele Erwachsene kennen den Streich aus der eigenen Kindheit, und gerade deshalb wird er oft als harmlos abgetan.

Hölzerne Haustür mit kleiner Messingklingel und leeren Eingangsstufen im warmen Abendlicht
Bild: KI-generiert

Hinter der Tür sieht es anders aus. Wer schlecht zu Fuß ist, braucht lange bis zur Tür und steht dann vor einer leeren Treppe. Wer krank im Bett liegt, ein Baby gerade zum Schlafen gebracht hat oder Nachtschicht hatte, wird für nichts geweckt. Und weil die Klingel auch ein Bote, eine Nachbarin oder Hilfe sein könnte, öffnen viele beim nächsten Mal mit einem unguten Gefühl.

Beispiel: wenn der Klingelstreich ernst wird

Die Zeitungsbelege im DWDS zeigen, wie schnell aus dem Spaß Ärger wird. Die Welt berichtete 2004 von Beamten, die einen "Klingelstreich" nicht komisch fanden und eine Anzeige wegen Missbrauchs von Notrufeinrichtungen schrieben [1]. In einem Fall, über den Bild 2003 berichtete, warf ein Mann mit Steinen nach Kindern, die ihm einen Klingelstreich gespielt hatten [1]. Steinwürfe auf Kinder sind keine Antwort auf einen Klingelstreich.

Für den 1. April taugt der Klingelstreich nicht, weil ihm das Wichtigste fehlt: die Auflösung. Beim Aprilscherz rufst du "April, April!" und lachst gemeinsam mit dem anderen. Beim Klingelstreich bleibt der Mensch an der Tür allein mit der Frage, wer das war. Mit unseren Grundsätzen passt das nicht zusammen.

Wer trotzdem etwas mit Tür und Überraschung machen will, nimmt die eigene Familie: Eine Wohnungstür, die du am frühen Morgen in Geschenkpapier einpackst, sorgt für Lachen, ohne dass jemand umsonst aufsteht. Die Tür muss sich dabei jederzeit sofort öffnen lassen. So geht die Tür in Geschenkpapier.

Verwandte Begriffe

Der Klingelstreich ist eine Form des Streichs, eng verwandt mit dem Telefonstreich, bei dem jemand anruft und auflegt oder sich verstellt. Mehr zu Scherzen mit Notrufen steht unter Missbrauch von Notrufen. Ein altes Wort für übermütige Kinderstreiche aller Art ist Schabernack.

Auch genannt: Klingelstreiche, Klingelstreichen, Klingelstreichs, Klingelputzen, Klingelputze

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Was tun, wenn Kinder immer wieder klingeln?

Sprich die Kinder in Ruhe an, wenn du sie erkennst, oder rede mit ihren Eltern. Oft wissen Kinder nicht, wie mühsam der Weg zur Tür für manche Menschen ist. Ein Vorschlag für einen Streich, den man auflösen kann, hilft oft mehr als Schimpfen.

Was können Kinder statt eines Klingelstreichs machen?

Einen Streich in der Familie, der mit "April, April!" endet. Gut passen ein Papierfisch auf dem Rücken oder eine Nachricht in Spiegelschrift, weil beide schnell aufgelöst sind und niemand umsonst zur Tür läuft.

Quellen

  1. DWDS, Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache: Klingelstreich, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wiktionary: Klingelstreich, de.wiktionary.org, abgerufen am 06.11.2026.