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Glossar

Was ist eine Zeitungsente?

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Eine Zeitungsente, kurz Ente, ist eine falsche Meldung in Zeitung, Radio, Fernsehen oder Internet. Sie kann auf einem Irrtum beruhen oder absichtlich erfunden sein, etwa als Aprilscherz. Das Wort ist seit dem 19. Jahrhundert belegt und geht wohl auf das französische "canard" zurück. Die oft erzählte Herleitung vom Kürzel "N. T." ist nicht belegt.

Gelbe Gummiente sitzt auf einem Stapel gefalteter grauer Papierbögen auf einem Holzschreibtisch
Bild: KI-generiert

Eine Zeitungsente, oft nur Ente genannt, ist eine falsche Meldung in den Medien. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) beschreibt sie als "falsche Mitteilung in den Medien" und zählt Presse, Rundfunk, Fernsehen und Internet auf; das Wort klingt dabei abwertend [1]. Ob die Meldung aus Versehen oder mit Absicht falsch ist, spielt für den Begriff keine Rolle.

Woher das Wort kommt

Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer, das im DWDS steht, ist "Ente" in diesem Sinn seit 1842 belegt, bei dem Schriftsteller Karl Gutzkow. Es übersetzt das französische "canard", das ebenfalls "Ente" heißt. Dahinter stehen ältere französische Wendungen wie "vendre des canards à moitié", was so viel wie "täuschen" bedeutete [1].

Ente aus gefaltetem weißem Papier auf einem Schreibtisch neben einem Bleistift und einer Kaffeetasse
Bild: KI-generiert

Eine Verbindung zur frühneuhochdeutschen Redensart "von blauen Enten predigen", also unwahre Geschichten erzählen, hält Pfeifer für unwahrscheinlich [1]. Auch andere Herleitungen kursieren, etwa über die "Lugende" bei Grimmelshausen und die "Lüg-Ente" bei Christian Reuter, die sich zur Ente verkürzt haben soll [2].

Sehr verbreitet ist die Geschichte vom Kürzel "N. T.": Redaktionen hätten unbestätigte Meldungen so markiert, für lateinisch "non testatum" (nicht bezeugt), und daraus sei die Ente geworden. Einen Beleg dafür gibt es nicht. In der Wikipedia heißt es dazu, einiges deute darauf hin, dass diese Erklärung selbst eine Ente ist [2].

Beispiel: Leben auf dem Mond

Eine der bekanntesten Enten erschien im August 1835 in der New Yorker Zeitung The Sun. In einer Artikelserie hieß es, der Astronom John Herschel habe mit einem riesigen neuen Teleskop Leben auf dem Mond entdeckt, darunter Wesen mit Fledermausflügeln. Die Serie gab sich als Nachdruck aus einer schottischen Fachzeitschrift aus, die aber schon seit 1833 nicht mehr erschien. Ein Konkurrent vom New York Herald deckte das am 31.08.1835 auf, und der Autor Richard Adams Locke gab seine Urheberschaft 1840 zu [3].

Viele Aprilscherze der Medien sind Enten mit Ansage, denn sie erscheinen am 1. April und werden meist am selben Tag aufgelöst. Ein Beispiel ist die Spaghetti-Ernte der BBC. Wer zu Hause eine eigene Ente drucken will, findet die Anleitung unter Eigene Zeitungsente.

Verwandte Begriffe

Der neutrale Oberbegriff ist die Falschmeldung. Eine Sonderform ist der Grubenhund, eine absichtlich eingeschleuste Unsinnsmeldung, die aufmerksame Leser erkennen und flüchtige Leser glauben [2]. Ein Hoax ist eine gezielte Täuschung. Mit Fake News sind meist Falschmeldungen gemeint, die jemand mit Absicht in Umlauf bringt; das DWDS nennt das Wort neben Falschmeldung und Zeitungsente [1].

Auch genannt: Zeitungsenten

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Ist jede Zeitungsente gelogen?

Nein. Eine Ente kann auch durch einen Fehler entstehen, etwa wenn eine Redaktion eine Meldung ungeprüft übernimmt. Entscheidend ist, dass sie sich als falsch herausstellt.

Stimmt es, dass "Ente" von "N. T." kommt?

Dafür gibt es keinen Beleg. Das DWDS führt das Wort auf das französische "canard" zurück, belegt ist es im Deutschen seit dem 19. Jahrhundert.

Quellen

  1. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Ente, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia: Zeitungsente, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
  3. Museum of Hoaxes: The Great Moon Hoax, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.