Was bedeutet verkohlen?
Verkohlen bedeutet umgangssprachlich, jemanden zum Besten zu haben, ihn also zum Spaß anzuschwindeln oder hereinzulegen. Mit Kohle hat dieses Verkohlen nichts zu tun. Es kommt von Kohl im Sinn von Geschwätz und Unsinn, einem Wort, das Mitte des 18. Jahrhunderts zuerst in der Gaunersprache auftaucht. Verkohlen ist seit dem 19. Jahrhundert belegt.

Verkohlen heißt umgangssprachlich, jemanden zum Besten zu haben. Du erzählst ihm etwas, das nicht stimmt, und freust dich, wenn er es glaubt. Das DWDS stuft diese Bedeutung als salopp ein. Sein Beispiel ist die misstrauische Frage, ob da jemand einen anderen wohl verkohlen will [1].
Zwei Wörter mit gleichem Klang
Im Deutschen gibt es zwei Verben verkohlen. Das eine bedeutet, zu Kohle zu werden oder etwas in Kohle umzuwandeln, etwa Holz in einem Meiler. Es ist seit dem 18. Jahrhundert belegt und gehört zum Wort Kohle [1]. Das andere, das Anschwindeln, hat damit nichts zu tun. Das Etymologische Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer führt es auf Kohl im Sinn von Geschwätz und Unsinn zurück [1].

Woher das Verkohlen kommt
Kohl für Unsinn stammt nach Pfeifer wahrscheinlich aus dem Jiddischen. Dort bedeutete chaulem oder cholem unnützes, wertloses, sinnloses Zeug, nach dem hebräischen Wort für Traum. Als andere Möglichkeit nennt Pfeifer das hebräische Wort für Stimme [2].
Zuerst taucht das Wort Mitte des 18. Jahrhunderts in der Gaunersprache auf, in der Wendung "Kohl machen" für blauen Dunst vormachen, schwindeln. Ende des 18. Jahrhunderts benutzten es Studenten, vor allem der Theologie, in der heutigen Bedeutung [2]. Der Ausdruck verbreitete sich rasch, und im allgemeinen Sprachgefühl wurde er als Bild vom Gemüse Kohl verstanden. Davon abgeleitet sind kohlen für törichtes Zeug reden und verkohlen für anführen und zum Besten haben, das seit dem 19. Jahrhundert belegt ist [2]. Bis heute sagt man "kohl nicht so!", wenn jemand Unsinn redet [2].
Beispiel: jemanden am 1. April verkohlen
Zum 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar gehört das Verkohlen dazu. Setz dich mit jemandem auf eine Parkbank, zeig in den Himmel und erzähl ganz ruhig, dort oben kreise seit Tagen ein Storch mit einem roten Schal. Bleib dabei ernst und beschreib den Schal so genau wie möglich. Fragt dein Gegenüber nach, wo genau der Storch fliegt, ist es Zeit für "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!".
Verkohlen bleibt freundlich, wenn du schnell auflöst und die Geschichte niemandem Angst macht. Erfundene Unfälle oder Krankheiten sind kein Spaß mehr, sie erschrecken. Weitere harmlose Ideen zum Nachmachen findest du bei den einfachen Streichen.
Verwandte Begriffe
Ein Wort mit ähnlicher Bedeutung ist veräppeln. Wer jemandem eine erfundene Geschichte erzählt, bindet ihm einen Bären auf oder nimmt ihn auf den Arm. Wer am 1. April verkohlt wird, ist in den April geschickt worden.
Auch genannt: verkohlt, Verkohlen
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Hat verkohlen etwas mit Kohle zu tun?
Nur das gleich klingende Verb für zu Kohle werden. Das Verkohlen im Sinn von anschwindeln kommt von Kohl, einem alten Wort für Geschwätz und Unsinn.
Ist verkohlen ein unhöfliches Wort?
Das DWDS stuft es als salopp ein, also als lockere Umgangssprache. Unter Freunden ist es üblich, in einem förmlichen Brief würdest du eher "täuschen" schreiben.