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Glossar

Was ist die versteckte Kamera?

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Versteckte Kamera nennt man Fernsehformate, in denen ahnungslose Menschen in gestellte, seltsame Situationen geraten und dabei heimlich gefilmt werden. Vorbild ist die US-Sendung Candid Camera von Allen Funt, die 1948 ins Fernsehen kam. In Deutschland läuft "Verstehen Sie Spaß?" seit 1980 in der ARD.

Kleine schwarze Kamera versteckt zwischen den Blättern einer Zimmerpflanze auf einem Sideboard
Bild: KI-generiert

Die versteckte Kamera ist ein Fernsehformat, in dem Menschen in eine gestellte, merkwürdige Lage geraten, während eine verborgene Kamera ihre Reaktion aufnimmt. Am Ende wird aufgelöst, und die Hereingelegten erfahren, dass alles gespielt war. In Deutschland läuft seit 1980 die ARD-Sendung "Verstehen Sie Spaß?", in der Lockvögel ahnungslose Menschen in unerwartete Situationen bringen [1].

Vom Radio ins Fernsehen

Erfunden hat das Prinzip der Amerikaner Allen Funt. Er begann 1947 im Radio mit "The Candid Microphone" und brachte die Idee am 10.08.1948 bei ABC ins Fernsehen. Nach dem Wechsel zu NBC hieß die Sendung ab 1949 "Candid Camera" [2]. War der Scherz aufgelöst, hörten die Hereingelegten den Satz "Smile, you're on Candid Camera", auf Deutsch etwa: Lächeln, du bist bei der versteckten Kamera. Funt präsentierte die Sendung von 1948 bis 1992 [2].

Altes Radiomikrofon auf einem Ständer neben einer alten Studiokamera in einem dunklen Holzstudio
Bild: KI-generiert

Im deutschen Fernsehen griff der WDR die Idee ab 1961 mit "Vorsicht Kamera" auf. Direkter Vorläufer der ARD-Sendung war "Teleboy" im Schweizer Fernsehen, von 1974 bis 1981 ebenfalls mit Kurt Felix als Moderator [1].

Beispiel: die ARD-Sendung mit den Lockvögeln

"Verstehen Sie Spaß?" lief zum ersten Mal am 31.01.1980 im Ersten, als halbstündige Koproduktion von SDR und NDR; heute ist der SWR federführend [1]. Die Idee stammt von Kurt Felix, der die ersten zehn Jahre moderierte, ab 1983 gemeinsam mit Paola Felix. Später führten unter anderen Harald Schmidt, Frank Elstner und Guido Cantz durch die Sendung, seit 2022 moderiert Barbara Schöneberger [1]. Die Auflösung übernimmt der Moderator oder der Lockvogel selbst, der das "Opfer" aufklärt [1].

Was das für eigene Streiche heißt

Für private Streiche ist heimliches Filmen keine gute Idee. Die Wikipedia weist im Artikel zur ARD-Sendung darauf hin, dass heimliche Aufnahmen in geschützten Räumen nach den Paragrafen 201 und 201a des Strafgesetzbuchs strafbar sind und eine nachträglich eingeholte Zustimmung die Rechtswidrigkeit der Aufnahme nicht beseitigt [1]. Lass die Kamera also aus, oder sag allen vorher Bescheid. Wer ein Video zeigen will, braucht nach dem Recht am eigenen Bild zusätzlich die Einwilligung der Gezeigten. Möchtest du eine gelungene Reaktion festhalten, spielt die Szene nach der Auflösung gemeinsam nach. Dann wissen alle, dass gefilmt wird, und entscheiden selbst, ob jemand anderes das Video sieht. Mehr dazu steht auf der Seite Aprilscherze und Recht.

Verwandte Begriffe

Ein gefilmter Streich heißt im Netz meist Prank. Das allgemeine Wort ist Streich, und ein Scherz per Anruf ist ein Telefonstreich.

Auch genannt: Versteckte Kamera, versteckten Kamera, versteckter Kamera

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Darf ich Freunde für einen Streich heimlich filmen?

Davon raten wir ab. Heimliche Aufnahmen können strafbar sein, und ein Video darf nach dem Recht am eigenen Bild nur mit Einwilligung gezeigt werden. Lass die Kamera aus oder sag allen vorher Bescheid.

Seit wann gibt es "Verstehen Sie Spaß?"?

Die erste Sendung lief am 31.01.1980 im Ersten. Seit 2022 moderiert Barbara Schöneberger.

Quellen

  1. Wikipedia: Verstehen Sie Spaß?, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
  2. Wikipedia (englisch): Candid Camera, en.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.