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Glossar

Was bedeutet veräppeln?

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Veräppeln heißt, jemanden zum Besten zu haben, ihn also mit einer erfundenen Geschichte oder einem kleinen Trick auf den Arm zu nehmen. Das Wort ist salopp und vor allem im Mittel- und Norddeutschen verbreitet. Belegt ist es seit etwa 1900, seine Herkunft ist unbekannt. Ein Aprilscherz ist eine Form des Veräppelns.

Zwei rote Äpfel mit aufgeklebten Wackelaugen liegen auf einem Holzschreibtisch neben einem Bleistift
Bild: KI-generiert

Wer jemanden veräppelt, hat ihn zum Besten: Du erzählst etwas Erfundenes, und der andere glaubt es eine Weile. Das DWDS ordnet das Wort dem Mitteldeutschen und Norddeutschen zu und gibt als Stil "salopp" an. Als Beispiel nennt es die empörte Frage, ob die anderen einen wohl veräppeln wollen [1]. Die Formen sind regelmäßig: veräppelte, hat veräppelt [1].

Im Alltag benutzt man das Wort vor allem als Frage oder Vorwurf, wenn etwas zu seltsam klingt, um wahr zu sein. Wer so fragt, ahnt schon, dass er gerade hereingelegt wird.

Woher das Wort kommt

Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer ist "veräppeln" um 1900 belegt, besonders im Mittel- und Niederdeutschen, mundartlich auch als "äppeln". Die Herkunft ist unbekannt [1]. Ein Erklärungsversuch führt das Wort auf jiddisch "ewil" für Narr oder Tor zurück. Eine Verbindung zum Apfel, etwa im Sinn von "mit faulen Äpfeln bewerfen", hält Pfeifer für nicht ausgeschlossen [1]. Gesichert ist keine der beiden Deutungen. Die Vorsilbe "ver-" haben auch verwandte Wörter wie verkohlen, veralbern und verschaukeln, die das DWDS als Synonyme nennt [1].

Obstkorb voller roter und grüner Äpfel mit einer einzelnen gelben Birne auf der Küchenarbeitsplatte
Bild: KI-generiert

Beispiel: veräppeln am 1. April

Am 1. April ist Veräppeln ausdrücklich erlaubt, solange es harmlos bleibt und schnell aufgelöst wird. Ein passendes Beispiel mit echtem Apfel sind Apfel-Donuts: Apfelringe mit Joghurt und bunten Streuseln, die auf dem Teller wie Gebäck aussehen und beim ersten Biss knacken. Frag vorher nach Allergien und Unverträglichkeiten, dann kann jeder mitessen.

Veräppeln geht auch ganz ohne Material. Bei der absurden Ankündigung verkündest du in sachlichem Ton eine Neuerung, die gerade noch glaubhaft klingt, und löst sie in derselben Runde mit "April, April!" auf. Geld, Noten, Arbeit und Gesundheit bleiben dabei außen vor.

Wichtig ist, dass der andere am Ende merkt, dass er veräppelt wurde, und mitlachen kann. Wer jemanden weiter veräppelt, obwohl er schon genervt ist, ärgert ihn nur noch.

Verwandte Begriffe

Das DWDS nennt viele Wörter mit ähnlicher Bedeutung, darunter foppen, verkohlen, hochnehmen und zum Narren halten [1]. Eigene Einträge haben foppen und verkohlen, außerdem die Redewendungen jemanden auf den Arm nehmen und einen Bären aufbinden.

Je nach Ton gibt es feinere und gröbere Wörter. Neutral oder gehoben sind täuschen, narren und düpieren, umgangssprachlich hereinlegen, einseifen und aufziehen. Daneben führt das DWDS zwei derbe Ausdrücke, die du am Frühstückstisch mit Kindern lieber nicht benutzt [1].

Auch genannt: veräppelt, veräppelte, Veräppeln

Verwandte Begriffe

Häufige Fragen

Ist veräppeln ein Schimpfwort?

Nein. Das DWDS stuft es als salopp ein, also locker und umgangssprachlich. Es gibt derbere Wörter mit ähnlicher Bedeutung, veräppeln gehört nicht dazu.

Hat veräppeln etwas mit Äpfeln zu tun?

Vielleicht. Pfeifer hält eine Verbindung zu "mit faulen Äpfeln bewerfen" für möglich, eine andere Deutung führt auf jiddisch "ewil" für Narr. Gesichert ist keine von beiden.

Quellen

  1. Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): veräppeln, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.