Was ist Schadenfreude?
Schadenfreude ist das Vergnügen am Missgeschick oder Unglück eines anderen. Das Wort ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde als Lehnwort ins Englische übernommen. Bei einem Streich schwingt oft ein wenig davon mit. Ein guter Aprilscherz endet trotzdem so, dass der Hereingelegte mitlachen kann.

Schadenfreude ist das Vergnügen, das jemand am Missgeschick oder Unglück eines anderen empfindet. Das DWDS nennt als Synonyme Häme, boshaftes Vergnügen und diebische Freude, dazu Redewendungen wie "sich ins Fäustchen lachen" und "sich die Hände reiben" [1]. Das passende Adjektiv ist schadenfroh.
Herkunft und Weg ins Englische
Das Wort setzt sich aus "Schaden" und "Freude" zusammen. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer ist es seit dem 16. Jahrhundert belegt, mit der Bedeutung "Freude über den Schaden, der anderen entsteht". Aus derselben Zeit stammt das Adjektiv "schadenfroh". Selten ist die Nebenform "Schadensfreude" mit Fugen-s [1]. Wie zwiespältig das Gefühl ist, zeigt ein Satz aus der Wochenzeitung Die Zeit von 1996, den das DWDS als Beleg anführt: Schadenfreude empfinde man "besser klammheimlich als öffentlich" [1].

Das Englische hat Schadenfreude als Lehnwort übernommen. Nach der englischsprachigen Wikipedia wird das deutsche Wort 1852 und 1867 in englischen Texten erwähnt und erscheint 1895 erstmals im laufenden englischen Text [2]. Die Wikipedia beschreibt es dort als Freude oder Genugtuung, die aus den Schwierigkeiten oder dem Scheitern eines anderen entsteht [2]. Wer auf Englisch über das Gefühl spricht, sagt deshalb oft einfach "schadenfreude".
Beispiel: Salz im Kaffee
Ein wenig Schadenfreude gehört zu fast jedem StreichStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar. Wer Salz in die Zuckerdose füllt, wartet auf den ersten Schluck Kaffee und freut sich über das verzogene Gesicht. Für beide lustig wird das mit der Auflösung: Du sagst "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!", stellst den richtigen Zucker hin und machst einen frischen Kaffee. Wie das geht, steht in der Anleitung Salz statt Zucker.
Kippen kann die Sache, wenn jemand vor anderen bloßgestellt wird, wenn ein Missgeschick echte Folgen hat oder wenn ein Video davon ohne Erlaubnis im Netz landet. Dann bleibt nur die Freude einer Seite übrig. Deshalb gelten für alle unsere Anleitungen die Grundsätze für harmlose Streiche: nichts, was kaputtgeht oder Geld kostet, keine Bloßstellung, keine Aufnahmen ohne Einverständnis und eine Auflösung noch am selben Tag.
Beim Planen hilft eine einfache Frage: Würdest du über den Streich auch lachen, wenn er dir passiert? Wenn du zögerst, such dir einen anderen.
Verwandte Begriffe
Mit Schadenfreude verwandt sind laut DWDS Genugtuung, Hohn und Verspottung [1]. In der Humorforschung gibt es eine Erklärung, die Lachen als Gefühl der Überlegenheit über andere deutet; sie stellt der Eintrag Überlegenheitstheorie vor. Wer einen anderen nur kurz zum Narren hält, ohne dass er Schaden nimmt, veräppelt ihn. Der Oberbegriff für solche Späße ist der Streich.
Auch genannt: schadenfroh
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist Schadenfreude etwas Schlechtes?
Das DWDS stellt das Wort neben Häme und boshaftes Vergnügen, es klingt also eher negativ. Ein kurzer Moment davon gehört bei einem harmlosen Streich dazu. Schwierig wird es, wenn der andere wirklich Schaden hat oder vor anderen vorgeführt wird.
Wie heißt Schadenfreude auf Englisch?
Meist ebenfalls schadenfreude. Das Englische hat das deutsche Wort als Lehnwort übernommen und benutzt es seit dem 19. Jahrhundert.
Quellen
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Schadenfreude, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia (englisch): Schadenfreude, en.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.