Was ist ein Schelmenstreich?
Ein Schelmenstreich ist ein lustiger, mutwilliger Streich, mit dem jemand übertölpelt oder hereingelegt wird, ähnlich einer Eulenspiegelei. Früher war das Wort ernster gemeint und stand für eine Diebes- oder Schurkentat. Denn ein Schelm war lange ein Schimpfwort für Betrüger und Diebe, erst seit dem 17. Jahrhundert wurde daraus allmählich ein Spaßvogel.

Ein Schelmenstreich ist ein lustiger, mutwilliger StreichStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar, durch den jemand übertölpelt oder hereingelegt wird. So erklärt ihn das DWDS und stellt ihn der Eulenspiegelei gleich [1]. Wer einen Schelmenstreich spielt, ist ein Schelm, also ein Mensch, der zu Scherz, Neckerei und lustigen Streichen aufgelegt ist [2].
Was ein Schelm früher war
Das Wort Schelm hat eine düstere Geschichte. Im Mittelhochdeutschen bedeutete schelm Pest oder Seuche, dann auch toter Körper und Aas. Daraus wurde ein Schimpfwort für Bösewichte, Schurken, Betrüger, Diebe und Verräter. Auch den Scharfrichter und den Schinder, die als unehrbar galten, nannte man so [2].
Im 17. Jahrhundert wurde diese Bedeutung schwächer. Ein Schelm war nun ein armer Kerl, später ein loser, neckischer Mensch, und im 18. Jahrhundert wurde "kleiner Schelm" sogar zum Kosewort [2]. Dieselbe Wandlung machte der Schelmenstreich durch: Vorher war er eine Diebes- oder Schurkentat, heute ist er ein lustiger Streich, ein SchabernackSchabernack Schabernack ist ein übermütiger, mutwilliger Streich, mit dem man jemanden neckt. Man spielt jemandem einen Schabernack oder treibt Schabernack mit ihm. Das Wort ist seit dem 14. Jahrhundert im Mittelhochdeutschen belegt und bezeichnete damals auch einen rauen Winterhut. Woher es stammt, ist bis heute nicht geklärt. Im Glossar [2]. Als veraltete zweite Bedeutung führt das DWDS noch Betrug [1].
Woher Schelm kommt, ist ungewiss. Das Wort gibt es ursprünglich nur im Deutschen, ähnliche Formen im Niederländischen und in den skandinavischen Sprachen sind aus dem Mittelniederdeutschen entlehnt [2]. Bis heute geläufig ist die Wendung "Ein Schelm, wer Böses dabei denkt" [2].
Beispiele aus der Literatur
Die Schwänke über die SchildbürgerSchildbürgerstreich Ein Schildbürgerstreich ist eine törichte Handlung, bei der das eigentliche Ziel verfehlt wird. Das Wort geht auf die Schildbürger zurück, die Bewohner des erfundenen Ortes Schilda, deren Streiche ein Schwankbuch von 1598 erzählt. Im Glossar sind neben denen über Till EulenspiegelTill Eulenspiegel Till Eulenspiegel ist ein Schelm aus einem deutschen Volksbuch, dessen erste Ausgabe um 1510 in Straßburg erschien; das älteste erhaltene Exemplar stammt von 1515. Viele seiner Streiche entstehen, weil er Redewendungen wörtlich nimmt. Als Sterbeort gilt Mölln in Schleswig-Holstein. Ob es ihn wirklich gab, ist offen. Im Glossar die bekannteste deutsche Sammlung von Schelmengeschichten in Romanform [3]. Eulenspiegel legt mit seinen Streichen andere herein. Die Schildbürger dagegen stellen sich mit ihren Streichen vor allem selbst dumm an.

In Spanien entstand im 16. Jahrhundert der Schelmenroman. Sein Held, der pícaro, stammt aus den unteren Schichten, ist ungebildet, aber bauernschlau und schlägt sich mit allerlei Abenteuern durchs Leben, nicht selten auch mit kriminellen Mitteln [4]. Die frühen deutschen Übersetzungen nannten ihn Landstörtzer, also Landstreicher. Das Wort Schelm bürgerte sich dafür erst im 18. Jahrhundert ein, als es seinen schlechten Klang verloren hatte [4].
Ein Schelmenstreich zum 1. April
Ein guter Schelmenstreich am 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar legt jemanden herein, ohne ihn bloßzustellen. Ein Beispiel ist der Streich mit den schiefen Bildern: Du drehst jedes Bild an der Wand ein paar Grad aus dem Lot. Wer es bemerkt, rückt verwundert ein Bild nach dem anderen gerade. Beim letzten Bild sagst du "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!" und hilfst beim Geraderücken.
Verwandte Begriffe
Ein bekannter Schelm der deutschen Volksliteratur ist Till Eulenspiegel. Ein Mensch mit Sinn für Schelmereien heißt auch Schalk. Eine besonders törichte Handlung nennt man Schildbürgerstreich, das allgemeine Wort für alle diese Taten ist Streich.
Auch genannt: Schelmenstreiche, Schelmenstück
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Schelm und Schalk?
Heute meinen beide Wörter fast dasselbe, einen Menschen, der gern Späße macht und andere neckt. Das DWDS nennt Schalk als gleichbedeutendes Wort zu Schelm.
Ist ein Schelmenstreich böse gemeint?
Heute nicht. Das DWDS beschreibt ihn als lustigen, mutwilligen Streich. Nur in einer veralteten Bedeutung meinte das Wort Betrug.
Quellen
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Schelmenstreich, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Schelm, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia: Schildbürger, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia: Schelmenroman, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.