Was ist Schabernack?
Schabernack ist ein übermütiger, mutwilliger Streich, mit dem man jemanden neckt. Man spielt jemandem einen Schabernack oder treibt Schabernack mit ihm. Das Wort ist seit dem 14. Jahrhundert im Mittelhochdeutschen belegt und bezeichnete damals auch einen rauen Winterhut. Woher es stammt, ist bis heute nicht geklärt.

Schabernack ist ein übermütiger StreichStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar, mit dem du jemanden neckst oder hereinlegst. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) erklärt das Wort als "übermütiger, mutwilliger Streich" und nennt Wendungen wie "jemandem einen Schabernack spielen" und "mit jemandem Schabernack treiben" [1]. Umgangssprachlich heißt auch ein Kind so, das ständig Streiche im Kopf hat: "du bist ein kleiner Schabernack!" [1]
Im Satz steht das Wort oft ohne Artikel. Man treibt Schabernack, so wie man Unfug treibt. Mit Artikel wird daraus der einzelne Streich, den man jemandem spielt oder antut. Wer etwas "aus Schabernack" tut, hat es aus Übermut gemacht [1].
Woher das Wort kommt
Die Herkunft ist unklar. Nach dem Etymologischen Wörterbuch von Wolfgang Pfeifer, das im DWDS steht, gibt es mittelhochdeutsch "schavernac" oder "schabernac" seit dem 14. Jahrhundert. Damals hatte das Wort zwei Bedeutungen: Es bezeichnete einen rauen Winterhut, der den Nacken reibt, und einen neckenden Streich, auch im Sinn von Hohn und Schimpf. Im 15. Jahrhundert ist die Form "schaffernack" belegt, im Mittelniederdeutschen "schavernak" für Hohn, Spott und Possenstreich [1]. An die alte Hutbedeutung erinnert ein Korpusbeleg im DWDS aus dem Jahr 2001: Der Schabernack sei "einst ein Hut, der im Winter getragen wurde" [1].
Ob "schaben" und "Nacken" darin stecken, vielleicht auch "necken", hält Pfeifer für möglich, aber nicht für gesichert. Mit einem gleich lautenden mittelhochdeutschen Wort für einen Südwein, vermutlich Wein aus Chiavenna, hat der Streich nichts zu tun. Vom Substantiv abgeleitet ist das Verb "schabernacken", schadenfrohSchadenfreude Schadenfreude ist das Vergnügen am Missgeschick oder Unglück eines anderen. Das Wort ist seit dem 16. Jahrhundert belegt und wurde als Lehnwort ins Englische übernommen. Bei einem Streich schwingt oft ein wenig davon mit. Ein guter Aprilscherz endet trotzdem so, dass der Hereingelegte mitlachen kann. Im Glossar necken [1].
Beispiel: Wackelaugen auf dem Obst
Ein typischer Schabernack ist klein und schnell vorbei. Kleb am Morgen des 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar Wackelaugen auf die Äpfel und Bananen in der Obstschale, und beim Frühstück schaut die Familie in lauter kleine Gesichter. Nimm Augen mit ablösbaren Klebepunkten, dann sind sie nach dem ersten Lacher wieder ab. Spül die Schale vor dem Essen kurz ab. Mehr Ideen dieser Art stehen in der Anleitung Wackelaugen im Kühlschrank.

Genauso harmlos ist der leise Schabernack mit den schiefen Bildern: Du drehst jedes Bild an der Wand ein paar Grad aus dem Lot und wartest, bis es jemandem auffällt.
Verwandte Begriffe
Das DWDS stellt Schabernack neben Wörter wie Ulk, Jux und PossePossen Possen reißen bedeutet, Scherz und Spott zu treiben und andere mit Unfug zum Lachen zu bringen. Possen sind derbe Streiche, Unfug und Schabernack, wer sie reißt, ist ein Possenreißer. Im Glossar und nennt auch Eulenspiegelei und SchildbürgerstreichSchildbürgerstreich Ein Schildbürgerstreich ist eine törichte Handlung, bei der das eigentliche Ziel verfehlt wird. Das Wort geht auf die Schildbürger zurück, die Bewohner des erfundenen Ortes Schilda, deren Streiche ein Schwankbuch von 1598 erzählt. Im Glossar [1]. Das allgemeine Wort für eine solche Handlung ist der Streich. Schabernack am 1. April heißt Aprilscherz. Die Figur, deren Name für listige Streiche sprichwörtlich geworden ist, heißt Till EulenspiegelTill Eulenspiegel Till Eulenspiegel ist ein Schelm aus einem deutschen Volksbuch, dessen erste Ausgabe um 1510 in Straßburg erschien; das älteste erhaltene Exemplar stammt von 1515. Viele seiner Streiche entstehen, weil er Redewendungen wörtlich nimmt. Als Sterbeort gilt Mölln in Schleswig-Holstein. Ob es ihn wirklich gab, ist offen. Im Glossar.
Auch genannt: Schabernacks
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Heißt es der oder das Schabernack?
Es heißt der Schabernack. Das Wort ist männlich, man sagt also "einen Schabernack spielen".
Ist Schabernack dasselbe wie ein Aprilscherz?
Fast. Schabernack kann an jedem Tag des Jahres passieren. Ein Aprilscherz ist ein Streich oder eine erfundene Geschichte am 1. April, die mit "April, April!" aufgelöst wird.
Quellen
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Schabernack, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.