Was bedeutet trollen?
Trollen heißt im Internet, absichtlich provozierende oder störende Beiträge in Foren, Kommentarspalten oder sozialen Netzwerken zu schreiben, um andere zu ärgern und Streit auszulösen. Wer das tut, heißt Troll. Anders als ein Aprilscherz wird Trollen nicht aufgelöst. Das ältere Verb sich trollen bedeutet dagegen, sich kleinlaut davonzumachen.

Trollen hat im Deutschen zwei Bedeutungen. Im Internet heißt es, Diskussionen absichtlich mit provozierenden Beiträgen zu stören, um andere zu ärgern. Wer das tut, ist ein Troll, laut DWDS eine meist anonym bleibende Person, die Diskussionen in den sozialen Medien durch provokative Äußerungen gezielt stört [1]. Das ältere Verb sich trollen bedeutet dagegen, sich betrübt oder beschämt davonzumachen [2].
Was ein Internet-Troll macht
Trolle schreiben in Foren, Chats, Blogs oder Kommentarspalten Beiträge, die gezielt Ärger auslösen sollen. Laut Wikipedia sind die Provokationen meist unterschwellig und ohne offene Beleidigungen. So vermeiden oder verzögern Trolle, dass sie aus moderierten Foren ausgeschlossen werden [3]. Judith Donath beschrieb das Trollen als Spiel um das Verschleiern der eigenen Identität, das ohne das Einverständnis der meisten Mitspieler gespielt wird [3].
Psychologen der University of Manitoba in Winnipeg haben laut Wikipedia 2013 die Persönlichkeit von Internet-Trollen untersucht. Von 418 Befragten, die regelmäßig eine Seite mit Kommentarfunktion nutzten, ordneten sie 5,6 Prozent als Trolle ein. Bei diesen fanden sie vor allem Züge von Alltagssadismus [3].
Woher das Wort kommt
Für den Internet-Troll nennt das DWDS zwei Wurzeln zugleich: das englische trolling, also Ködern, und den Troll als Fabelwesen [1]. Wikipedia leitet das Wort vom englischen trolling für das Schleppfischen ab und hält den Bezug zu den mythischen Trollen für volksetymologisch [3]. Der Troll der nordischen Mythologie ist ein menschenähnliches Fabelwesen, das Wort kam im 18. Jahrhundert ins Deutsche [1].
Das deutsche Verb trollen ist viel älter. Im Spätmittelhochdeutschen bedeutete es, sich in kurzen Schritten fortzubewegen, seit dem frühen 16. Jahrhundert auch davongehen oder sich davonmachen [2]. So sagt man "troll dich!", wenn jemand verschwinden soll, oder man trollt sich in sein Zimmer. In der Jägersprache trollt Schalenwild, wenn es in einer langsameren Gangart läuft [2].
Beispiel: Troll oder Aprilscherz?
Ein AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar und ein Trollbeitrag sehen sich manchmal ähnlich, weil beide etwas Falsches behaupten. Der Unterschied liegt in der Absicht und im Ende. Wer am 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar in der Familiengruppe schreibt, die Katze habe gelernt, die Kaffeemaschine einzuschalten, löst nach ein paar Minuten mit "April, AprilApril, April Mit "April, April!" löst man in Deutschland einen Aprilscherz auf. Der Ruf kommt gleich, nachdem jemand den Scherz geglaubt hat, und zeigt, dass alles nur Spaß war. Das Wörterbuch DWDS beschreibt ihn als umgangssprachlichen Ausruf der Schadenfreude. Auf Englisch ruft man "April fool!". Im Glossar!" auf, und alle lachen mit. Ein Troll löst nie auf, er will den Streit am Laufen halten.

Gegen Trolle hilft meist, nicht auf sie einzugehen. Im Netz heißt der Rat "do not feed the trolls", also Trolle bitte nicht füttern [3]. Melde beleidigende Beiträge der Moderation und lass dich nicht in lange Antworten ziehen. Harmlose Ideen für StreicheStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar am Handy findest du bei den digitalen Pranks.
Verwandte Begriffe
Ein Streich, der im Netz gezeigt und aufgelöst wird, heißt Prank. Ein großer Schwindel, der viele Menschen täuschen soll, ist ein Hoax. Absichtlich verbreitete FalschmeldungenFalschmeldung Eine Falschmeldung ist eine Nachricht, die dem tatsächlichen Sachverhalt widerspricht. Sie kann aus einem Irrtum entstehen, absichtlich gestreut werden oder als Scherz gemeint sein. Ein Aprilscherz ist eine Falschmeldung, die am 1. April erscheint und bald aufgelöst wird. Im Glossar nennt man Fake News. Am 1. April gehört eine erfundene Geschichte dazu, solange sie als Aprilscherz aufgelöst wird.
Auch genannt: Internet-Troll, Internet-Trolle, Trolling
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was heißt "Trolle nicht füttern"?
Die Wendung "do not feed the trolls" rät, auf provozierende Beiträge nicht zu antworten. Wikipedia übersetzt sie sinngemäß mit "kein Öl ins Feuer gießen".
Ist jeder Streich im Internet Trollen?
Nein. Ein Prank oder Aprilscherz wird aufgelöst und soll alle zum Lachen bringen. Trollen soll Gespräche stören und andere ärgern.
Quellen
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): Troll, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS): trollen, dwds.de, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia: Troll (Netzkultur), de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.