Was ist die Theory of Mind?
Theory of Mind ist die Fähigkeit, Gedanken, Absichten und Überzeugungen anderer zu verstehen und daraus ihr Verhalten vorherzusagen, auch wenn jemand etwas Falsches glaubt. Die meisten Kinder lösen Aufgaben dazu ab etwa vier Jahren. Wer das kann, versteht auch, wie man jemanden mit einem Streich bewusst hereinlegt.

Theory of Mind ist die Fähigkeit, Gedanken, Gefühle, Absichten und Überzeugungen als Ursachen von Verhalten zu verstehen, bei sich selbst und bei anderen [2]. Für StreicheStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar zählt vor allem ein Teil davon: zu begreifen, dass ein anderer etwas Falsches glauben kann. Die meisten Kinder bestehen Tests dazu ab etwa vier Jahren [3].
Der Test von Wimmer und Perner
Heinz Wimmer und Josef Perner veröffentlichten 1983 in der Fachzeitschrift Cognition eine Studie mit dem Titel "Beliefs about beliefs". Sie untersucht, wie kleine Kinder falsche Überzeugungen anderer erfassen und Täuschung verstehen [1]. Aus dieser Arbeit stammt die klassische Aufgabe zur falschen Überzeugung, im Deutschen bekannt als "Maxi und die Schokolade". Auf ihrer Grundlage entstanden später viele weitere Fassungen [2] [3].

Die Geschichte geht so: Maxi legt seine Schokolade in eine Kiste und geht hinaus. Während er weg ist, räumt seine Mutter sie in eine zweite Kiste um. Dann fragt man das Kind, wo Maxi nach der Schokolade suchen wird. Wer auf die erste Kiste zeigt, hat verstanden, dass Maxi etwas Falsches glaubt [2]. Dreijährige tun sich damit noch schwer und zeigen oft dorthin, wo die Schokolade wirklich liegt. Zwischen drei und fünf Jahren lernen Kinder, die Überzeugungen einer anderen Person einzubeziehen [2].
Beispiel: warum Kleine den Streich anders erleben
Für den 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar lässt sich daraus ableiten: Ein Kind unter vier Jahren versteht womöglich noch nicht, dass jemand es mit Absicht hereingelegt hat, auch wenn es mitlacht. Ab etwa vier Jahren kann es sich vorstellen, was der andere gerade glaubt, und damit auch, wie man ihn täuscht. Die englische Wikipedia beschreibt, dass Kinder diese Fähigkeit nutzen können, um andere zu necken oder auszutricksen [3].
Ganz genau lässt sich das Alter nicht festlegen. Studien aus mehreren Ländern deuten darauf hin, dass die Fähigkeit überall entsteht, irgendwo zwischen etwa vier und neun Jahren [2]. Für Jüngere eignen sich deshalb Streiche, bei denen es vor allem etwas zu sehen gibt. Passende Ideen stehen unter Aprilscherze für Kinder und Aprilscherze in Kita und Kindergarten.
Verwandte Begriffe
Warum wir lachen, wenn eine Erwartung bricht, erklärt die Inkongruenztheorie. Mit dem Lachen selbst befasst sich die Gelotologie. Ein Streich setzt Theory of Mind voraus, denn er spielt mit dem, was der andere erwartet. Was die Forschung sonst über den 1. April sagt, steht auf der Seite Psychologie der Aprilscherze.
Auch genannt: ToM
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ab welchem Alter verstehen Kinder einen Aprilscherz?
Aufgaben zu falschen Überzeugungen lösen die meisten Kinder ab etwa vier Jahren. Ab dann können sie sich vorstellen, dass jemand etwas Falsches glaubt. Für Jüngere eignen sich Streiche, bei denen es etwas zu sehen und zu lachen gibt, etwa Wackelaugen auf dem Joghurtbecher.
Was ist ein False-Belief-Test?
Ein Test, bei dem ein Kind vorhersagen soll, wie jemand handelt, der etwas Falsches glaubt. Das bekannteste Beispiel ist die Geschichte von Maxi, dessen Schokolade heimlich umgeräumt wird.
Quellen
- Europe PMC: Wimmer, H., Perner, J.: Beliefs about beliefs: representation and constraining function of wrong beliefs in young children's understanding of deception. Cognition 13 (1), S. 103 bis 128, pubmed.ncbi.nlm.nih.gov, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia: Theory of Mind, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
- Wikipedia (englisch): Theory of mind, en.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.