Was bedeutet "Aprilsnar"?
Aprilsnar ist das dänische Wort für den Aprilscherz und für die Person, die darauf hereinfällt; auf Norwegisch heißt es aprilsnarr. In Dänemark ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Seit etwa 1900 bringen dänische Zeitungen am 1. April eine erfundene Meldung, einige verzichten inzwischen darauf.

Aprilsnar ist das dänische Wort für den AprilscherzAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar und zugleich für den, der darauf hereinfällt. Das dänische Nachschlagewerk lex.dk beschreibt den Brauch als Kalenderritual: Am 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar darf man andere zum Narren halten, und "aprilsnar" heißt sowohl die unwahrscheinliche Geschichte als auch die getäuschte Person [1]. Auf Norwegisch schreibt man das Wort mit zwei r, also aprilsnarr [2].
Woher der Brauch in Dänemark kommt
In Dänemark ist das AprilnarrenAprilnarr Ein Aprilnarr ist jemand, der am 1. April auf einen Scherz hereinfällt und sich in den April schicken lässt, etwa auf einen sinnlosen Botengang oder eine erfundene Nachricht. Das Wort entspricht dem englischen "April fool". Heute endet der Scherz mit "April, April!" und im besten Fall mit einem gemeinsamen Lachen. Im Glossar seit dem 17. Jahrhundert belegt [1]. Ursprünglich schickte man jemanden am 1. April, manchmal auch am 30. April, mit einem sinnlosen Auftrag los, gab ihm ein wertloses Narrengeschenk oder brachte ihn dazu, etwas Erfundenes zu glauben. Ähnliche Bräuche kannte man im Norden auch im Mai und am Fastnachtsmontag [1].

Die Zeitungen kamen später dazu. Etwa seit 1900 veröffentlichen dänische Medien nach ausländischem Vorbild jedes Jahr einen Aprilscherz. Dabei führen sie meist keinen einzelnen Menschen als Narren vor, und oft steckt ein Stück SatireSatire Satire ist eine Form der Kritik, die Missstände und menschliche Torheiten mit Spott, Ironie und Übertreibung bloßlegt. Oft tritt sie als ernste Nachricht oder Rede auf, will aber durchschaut werden. Ein Aprilscherz kann satirisch sein, viele wollen jedoch nur hereinlegen und unterhalten. Im Glossar darin [1].
Beispiele aus Dänemark und Norwegen
Lex.dk zeigt ein Foto vom Aprilscherz der Zeitung Ekstra Bladet aus dem Jahr 2010: Auf dem Rathausplatz in Kopenhagen tauchte eine angeblich entlaufene Lok der Metro aus dem Boden auf, als hätte sie sich bei einer unterirdischen Testfahrt verirrt [1]. In Norwegen meldete die Zeitung Aftenposten am 1. April 1950, dem staatlichen Weinhandel Vinmonopolet seien die Flaschen ausgegangen; wer mit einem Eimer komme, bekomme steuerfreien Wein [2]. Store norske leksikon erwähnt auch einen Scherz aus Übersee: Am 1. April 1936 meldete die Zeitung Honolulu Star-Bulletin, auf Oahu sei ein Wikingerschiff gefunden worden [2].
Unter Freunden und in Familien sind Botengänge eine bekannte Form. Store norske leksikon nennt als Beispiel den Auftrag, einen Schraubenzieher für Linkshänder zu kaufen [2]. Mehr über den 1. April im Norden steht unter Aprilscherze in Skandinavien.
In den letzten Jahren ist es in den Zeitungen stiller geworden. 2017 verzichteten mehrere nordische Zeitungen, darunter Kristeligt Dagblad, auf ihren jährlichen Aprilscherz, weil sie Sorge wegen FalschmeldungenFalschmeldung Eine Falschmeldung ist eine Nachricht, die dem tatsächlichen Sachverhalt widerspricht. Sie kann aus einem Irrtum entstehen, absichtlich gestreut werden oder als Scherz gemeint sein. Ein Aprilscherz ist eine Falschmeldung, die am 1. April erscheint und bald aufgelöst wird. Im Glossar hatten [1]. Auch die meisten großen norwegischen Zeitungen und der Rundfunk NRK machen nach Store norske leksikon keine Aprilscherze mehr, vor allem wegen der Debatte über Falschnachrichten [2].
Verwandte Begriffe
Das deutsche Gegenstück zum Aprilsnar ist der Aprilnarr, die Sache selbst heißt Aprilscherz. Lex.dk nennt außerdem das englische "April fool" und den französischen Poisson d'avril [1]. Wer jemanden auf einen sinnlosen Botengang schickt, tut das, was man im Deutschen in den April schicken nennt.
Auch genannt: Aprilsnarr, aprilsnar, aprilsnarr
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Ist aprilsnar dasselbe wie aprilsnarr?
Ja, gemeint ist dasselbe. Aprilsnar ist die dänische Schreibweise, aprilsnarr die norwegische. In beiden Sprachen bezeichnet das Wort den Scherz und die Person, die darauf hereinfällt.
Bringen dänische Zeitungen noch Aprilscherze?
Viele tun es weiterhin, einige haben aufgehört. Lex.dk nennt mehrere nordische Zeitungen, die 2017 wegen der Sorge um Falschmeldungen auf ihren Aprilscherz verzichtet haben, darunter Kristeligt Dagblad.