Was ist der Día de los Santos Inocentes?
Der Día de los Santos Inocentes ist der 28. Dezember, der Tag der Unschuldigen Kinder. Die Kirche erinnert an diesem Tag an den Kindermord in Bethlehem, von dem das Matthäusevangelium erzählt. In Spanien und Teilen Lateinamerikas ist er zugleich der Tag der Streiche, der Inocentadas, und hat dort die Rolle, die bei uns der 1. April hat.

Der Día de los Santos Inocentes ist der 28. Dezember, auf Deutsch der Tag der Unschuldigen Kinder. In Spanien und Teilen Lateinamerikas veräppelnveräppeln Veräppeln heißt, jemanden zum Besten zu haben, ihn also mit einer erfundenen Geschichte oder einem kleinen Trick auf den Arm zu nehmen. Das Wort ist salopp und vor allem im Mittel- und Norddeutschen verbreitet. Belegt ist es seit etwa 1900, seine Herkunft ist unbekannt. Ein Aprilscherz ist eine Form des Veräppelns. Im Glossar sich die Menschen an diesem Tag gegenseitig, so wie bei uns am 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar [1]. Die StreicheStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar heißen InocentadasInocentada Eine Inocentada ist ein Streich oder eine erfundene Nachricht am 28. Dezember, dem Día de los Santos Inocentes. Der Brauch ist in Spanien und Lateinamerika verbreitet, Zeitungen drucken an diesem Tag Falschmeldungen. Im Glossar.
Ein Gedenktag mit ernstem Ursprung
Nach dem Matthäusevangelium (Mt 2,16) ließ König Herodes in Bethlehem und Umgebung alle Jungen bis zum Alter von zwei Jahren töten [1]. Die römisch-katholische und die evangelische Kirche gedenken dieser Kinder am 28. Dezember, die orthodoxen Kirchen am 29. Dezember [1]. Eine Mehrheit der Herodes-Biografen und wahrscheinlich auch der Bibelforscher hält die Erzählung für fiktiv [1].

Wie aus dem Gedenktag ein Tag der Späße wurde, erklärt der Blog der spanischen Universidad Isabel I mit alten Narrenbräuchen. Mittelalterliche NarrenfesteNarrenfest Das Narrenfest, lateinisch festum stultorum, war ein mittelalterlicher Brauch des Klerus, der vermutlich in Südfrankreich entstand und vor allem am 1. Januar gefeiert wurde. Niedere Geistliche übernahmen für einen Tag die Rolle der höheren, wählten einen Narrenbischof und parodierten kirchliche Rituale. Im Glossar, bei denen die Ordnung für einen Tag auf den Kopf gestellt wurde, und Anklänge an die römischen SaturnalienSaturnalien Die Saturnalien waren ein römisches Fest zu Ehren des Gottes Saturn, das am 17. Dezember begann und später mehrere Tage dauerte. In dieser Zeit lockerte sich die gewohnte Ordnung: Man beschenkte sich, das Würfelspiel um Geld war erlaubt, und Sklaven wurden wie Gleichgestellte behandelt. Im Glossar mischten sich mit dem kirchlichen Datum. Die Kirche versuchte vergeblich, das einzudämmen [2]. Schon das Dritte Konzil von Konstantinopel verbot im Jahr 680 oder 681 ein Kinderfest, weil es mit einem Narrenfest verbunden war [1].
Inocentadas: so sehen die Streiche aus
Das Wort Inocentada spielt mit der Doppelbedeutung von "inocente": Es heißt unschuldig, aber auch naiv [1]. Der bekannteste Brauch ist eine kleine Figur aus Papier, der monigote, die jemandem heimlich auf den Rücken geklebt wird. Zeitungen, Radio und Fernsehen bringen erfundene Meldungen, und viele Streiche laufen heute über Messenger und soziale Netzwerke [2].
Manche Orte feiern größer. In Ibi in der Provinz Alicante liefern sich die Enfarinats eine Schlacht mit Mehl und Eiern, mit erfundenen Gerichtsverfahren und einer gespielten Machtübernahme. In Jalance in der Provinz Valencia übernehmen bei der Fiesta de los Locos verkleidete Jugendliche für einen Tag symbolisch die Stadt [2].
Wie fest der Tag im spanischen Kalender sitzt, zeigt eine Anekdote: Angeblich trat die spanische Verfassung deshalb erst am 29. Dezember 1978 in Kraft, einen Tag später als geplant [1].
Beispiel: der Papiermann auf dem Rücken
Der monigote ist leicht nachzumachen. Schneide eine kleine Figur aus Papier aus und klebe sie mit einem Streifen Malerkrepp auf den Rücken einer Jacke, so dass alle sie sehen, nur die Person selbst nicht. Malerkrepp löst sich meist ohne Rückstände. Probier ihn vorher an einer unauffälligen Stelle der Jacke aus. Auf empfindliche Stoffe, auf Haut oder Haare kommt nichts, und spätestens nach ein paar Minuten nimmst du die Figur wieder ab.
Verwandte Begriffe
Die Streiche selbst erklärt der Eintrag Inocentada. Das französische Gegenstück mit dem Papierfisch heißt Poisson d'avril, die mittelalterlichen Vorbilder findest du unter Narrenfest und Saturnalien. Wie in Spanien und Lateinamerika gescherzt wird, beschreibt die Seite Aprilscherze in Spanien und Lateinamerika.
Auch genannt: Día de los Inocentes, Dia de los Santos Inocentes, Tag der Unschuldigen Kinder
Verwandte Begriffe
Häufige Fragen
Was heißt "Santos Inocentes" auf Deutsch?
Wörtlich "heilige Unschuldige". Gemeint sind die Kinder von Bethlehem, deshalb heißt der Tag auf Deutsch Tag der Unschuldigen Kinder.
Gibt es Bräuche zu diesem Tag auch im deutschsprachigen Raum?
Ja, aber andere. In Bayern hieß ein alter Brauch am 28. Dezember "Fetzeln", in Teilen Österreichs "Schappen": Kinder schlugen Erwachsene spielerisch mit Ruten, sagten Verse auf und bekamen dafür Geld oder kleine Geschenke.
Quellen
- Wikipedia: Tag der Unschuldigen Kinder, de.wikipedia.org, abgerufen am 06.11.2026.
- Universidad Isabel I, Blog: Día de los Santos Inocentes: historia, costumbres y las mejores bromas, ui1.es, abgerufen am 06.11.2026.