April Fools' Day in den USA mit Streichen, Firmen und Medien
Der April Fools' Day in den USA: Streiche in Schule und Familie, Werbescherze wie die Taco Liberty Bell und Medienscherze wie Sidd Finch und Nixon.

Kurz gesagt
In den USA trägt der 1. April den Namen April Fools' Day. Gefeiert wird mit Streichen in Schule und Familie, und seit Langem machen Zeitungen, Radiosender und Firmen mit. Bekannte Beispiele sind die Taco Liberty Bell, der Baseballspieler Sidd Finch und der Linkshänder-Burger.
In den USA trägt der 1. AprilApril April ist der vierte Monat des Jahres und hat 30 Tage. Der Name geht auf das lateinische Aprilis zurück, dessen Herkunft nicht sicher geklärt ist. Gedeutet wird er als "der zweite, folgende" Monat des altrömischen Jahres, das im März begann, oder nach lateinisch aperire, "öffnen". Am 1. April sind Aprilscherze Brauch. Im Glossar den Namen April Fools' DayApril Fools' Day April Fools' Day ist der englische Name für den 1. April als Tag der Streiche, vor allem in Großbritannien und den USA. In Großbritannien gilt traditionell, dass Scherze nur bis zum Mittag erlaubt sind. Wer danach noch jemanden hereinlegt, ist selbst der "April fool". Im Glossar. Gefeiert wird mit Streichen in Schule und Familie, und seit Langem machen Zeitungen, Radiosender und Firmen mit. Zu den bekanntesten amerikanischen Aprilscherzen gehören die Anzeige über den Verkauf der Freiheitsglocke an eine Fast-Food-Kette, der erfundene Baseballspieler Sidd Finch und der Burger für Linkshänder [1] [2] [5].
Streiche in Schule und Familie
Im Alltag sieht der April Fools' Day in den USA aus wie bei uns: kleine StreicheStreich Ein Streich ist eine Handlung aus Übermut, mit der man jemanden neckt oder hereinlegt, etwa Salz in der Zuckerdose oder ein Zettel unter der Computermaus. Ursprünglich bedeutete das Wort Hieb oder Schlag. Ein guter Streich ist harmlos und schnell aufgelöst, am Ende lacht auch der Hereingelegte. Am 1. Im Glossar in der Familie, im Freundeskreis und in der Schule. Das Museum of HoaxesHoax Hoax ist das englische Wort für einen Schwindel. Im Deutschen meint es meist eine Falschmeldung, die sich über soziale Netzwerke, E-Mail oder Messenger verbreitet, weil viele sie glauben und weiterleiten. Typisch sind Kettenbriefe und angebliche Spendenaktionen. Im Glossar dokumentiert viele Schulstreiche aus amerikanischen Zeitungen. Einige davon würden wir heute nicht mehr empfehlen. Im Jahr 1915 lockte eine falsche Stellenanzeige mehr als 300 Arbeitssuchende zur Proviso Township High School in Maywood bei Chicago, acht Schüler der Abschlussklasse wurden dafür bestraft [6].

Andere Beispiele zeigen eher den Spaß am Verkleiden. An der Kings Mountain High School in North Carolina gab es 1968 einen jährlichen "Floof Day", an dem Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in schrägen Kostümen zur Schule kamen [6]. Im Jahr 1970 füllten Schüler nach einem Bericht der Madison Capital Times das Klassenzimmer eines Geschichtslehrers bis unter die Decke mit zerknülltem Papier [6]. Solche Aktionen kosten Zeit, machen aber nichts kaputt, und am Ende räumen alle gemeinsam auf.
Auch an Hochschulen hat der Tag eine Geschichte. Die Studentenzeitung der Cornell University meldete 1938, die Frühjahrsferien seien wegen schlechter Noten gestrichen. Bei der örtlichen Eisenbahn riefen daraufhin aufgeregte Studierende an, die ihre Fahrkarten zurückgeben wollten [6]. Am Massachusetts Institute of Technology veränderten Studierende 1998 die Startseite der Hochschule und kündigten an, das MIT werde an den Disney-Konzern verkauft. Dass die Meldung auf der offiziellen Seite stand, verlieh ihr nach dem Museum of Hoaxes Glaubwürdigkeit [6].
Für eigene Streiche in der Schule taugen diese Beispiele nur als Anregung. Unsere Grundsätze schließen alles aus, was Unterricht und Abläufe ernsthaft stört, also auch falsche Stellenanzeigen, gestrichene Ferien oder veränderte Webseiten der Schule. Ein Verkleidungstag nach dem Vorbild des Floof Day oder ein Papierfisch am Spind sind dagegen harmlos.
Zeitungsenten seit dem 19. Jahrhundert
Amerikanische Zeitungen nahmen ihre Leser schon früh am 1. April auf den Arm. Der New York Graphic meldete am 1. April 1878, der Erfinder Thomas Edison habe eine Maschine gebaut, die Erde in Getreide und Wasser in Wein verwandle und damit den Hunger der Welt beende. Viele Zeitungen im Land druckten die Geschichte ungeprüft nach. Der Buffalo Commercial Advertiser lobte Edison in einem Leitartikel überschwänglich, und der Graphic druckte diesen Leitartikel später unter der Überschrift "They Bite!" nach, sie beißen an [7].
Das Muster hat sich bis heute gehalten: Eine Redaktion erfindet eine Meldung, die gerade noch glaubhaft klingt, und andere übernehmen sie, ohne nachzufragen. Wie du solche Meldungen erkennst, haben wir unter Aprilscherze erkennen zusammengefasst.
Sidd Finch und der Baseball
Der vielleicht bekannteste Medienscherz der USA erschien am 1. April 1985 in der Sportzeitschrift Sports Illustrated. Der Autor George Plimpton stellte darin Sidd Finch vor, einen jungen Mann, der im Trainingslager der New York Mets in Florida aufgetaucht sei und einen Baseball mit etwa 168 Meilen pro Stunde werfen könne, weit mehr als der damalige Rekord von 103 Meilen pro Stunde [2]. Finch sei in einem englischen Waisenhaus aufgewachsen, habe kurz in Harvard studiert und die Kunst des Werfens in Tibet gelernt. Gleichzeitig überlege er, Hornist zu werden [2].

Eine Woche später meldete die Zeitschrift, Finch habe auf einer Pressekonferenz seinen Rückzug erklärt, am 15. April gab sie den Scherz zu [2]. Ein Hinweis steckte von Anfang an im Text: Die Anfangsbuchstaben der Unterzeile ergaben "Happy April Fools Day" [2]. Die ganze Geschichte erzählen wir unter Sidd Finch.
Wenn Firmen Aprilscherze machen
In den USA nutzen auch Unternehmen den Tag. Am 1. April 1996 erschien in sechs großen Zeitungen, darunter der New York Times und der Washington Post, eine ganzseitige Anzeige: Die Fast-Food-Kette Taco Bell habe die Freiheitsglocke in Philadelphia gekauft und in "Taco Liberty Bell" umbenannt, um bei der Tilgung der Staatsschulden zu helfen [1]. Beim National Park Service gingen empörte Anrufe ein, eine Sprecherin sagte, man sei schockiert gewesen. Am Mittag gab die Firma den Scherz zu und versprach 50.000 Dollar für den Erhalt der Glocke [1]. Mehr dazu steht unter Taco Liberty Bell.
Zwei Jahre später, am 1. April 1998, warb Burger King in einer ganzseitigen Anzeige in der Zeitung USA Today für einen Whopper für Linkshänder. Die Zutaten seien um 180 Grad gedreht, damit nichts an der rechten Seite herausfalle [5]. Tausende Kundinnen und Kunden fragten in den Restaurants danach, manche wollten ausdrücklich die Fassung für Rechtshänder. Am nächsten Tag löste die Firma den Scherz auf [5]. Die Geschichte steht unter Der Linkshänder-Whopper.
Nixon kandidiert wieder
Auch das Radio machte mit. Am 1. April 1992 meldete die Sendung "Talk of the Nation" des öffentlichen Radiosenders NPR, der frühere Präsident Richard Nixon trete noch einmal an. Moderator John Hockenberry spielte eine Rede ein, in der Nixon sagte, er habe nie etwas falsch gemacht und werde es auch nicht wieder tun. Die Stimme gehörte dem Komiker Rich Little [3].
Hörerinnen und Hörer riefen empört beim Sender an. Erst in der zweiten Hälfte der Sendung löste Hockenberry den Scherz auf [3]. Die Geschichte erzählen wir unter Nixon kandidiert.
Die Zahl Pi in Alabama
Mit dem Internet bekamen AprilscherzeAprilscherz Ein Aprilscherz ist ein harmloser Streich oder eine glaubhaft klingende, aber erfundene Geschichte, mit der man andere am 1. April hereinlegt. Aufgelöst wird er meist mit dem Ruf "April, April!". Im deutschen Sprachraum ist der Brauch seit dem 17. Jahrhundert belegt. Im Glossar eine neue Reichweite. Im April 1998 veröffentlichte der Physiker Mark Boslough im Mitteilungsblatt der Vereinigung New Mexicans for Science and Reason eine Meldung, das Parlament von Alabama habe beschlossen, den Wert der Kreiszahl Pi auf einen "biblischen Wert" festzulegen [4]. Gemeint war die SatireSatire Satire ist eine Form der Kritik, die Missstände und menschliche Torheiten mit Spott, Ironie und Übertreibung bloßlegt. Oft tritt sie als ernste Nachricht oder Rede auf, will aber durchschaut werden. Ein Aprilscherz kann satirisch sein, viele wollen jedoch nur hereinlegen und unterhalten. Im Glossar als Spott über politische Versuche, den Unterricht über die Evolution einzuschränken [4].
Die Meldung wurde per E-Mail weitergeleitet und verbreitete sich weit über New Mexico hinaus. Beim Parlament von Alabama gingen Hunderte Anrufe von Menschen ein, die gegen das angebliche Gesetz protestierten [4]. Mehr dazu steht unter Alabama und die Zahl Pi.
Was die amerikanischen Beispiele gemeinsam haben
Die bekannten amerikanischen Aprilscherze folgen einem ähnlichen Muster. Sie nehmen etwas Vertrautes, eine Sportzeitschrift, eine Werbeanzeige, eine Nachrichtensendung, und setzen eine Behauptung hinein, die gerade noch möglich klingt. Wer genau hinschaut, findet oft einen Hinweis, etwa die versteckte Botschaft in der Unterzeile bei Sidd Finch [2]. Und die Auflösung kommt schnell, meist noch am selben Tag, wie bei der Taco Liberty Bell am Mittag [1].
Wie der Brauch auf der anderen Seite des Atlantiks aussieht, beschreiben wir unter Aprilscherz in Großbritannien.
Häufige Fragen
Wie heißt der Aprilscherz in den USA?
Der 1. April trägt den Namen April Fools' Day, also Tag der Aprilnarren. Gefeiert wird mit Streichen in Familie und Schule, dazu kommen Scherze von Zeitungen, Sendern und Firmen.
Was ist der berühmteste amerikanische Aprilscherz?
Häufig genannt werden Sidd Finch, der erfundene Baseballspieler aus Sports Illustrated von 1985, und die Taco Liberty Bell von 1996. Beide sind im Museum of Hoaxes ausführlich beschrieben.
Machen amerikanische Firmen Aprilscherze?
Ja, und das schon seit Jahrzehnten. Bekannte Beispiele sind die Anzeige über den Kauf der Freiheitsglocke durch Taco Bell und der Linkshänder-Whopper von Burger King.
Gibt es in den USA Schulstreiche am 1. April?
Ja, das Museum of Hoaxes dokumentiert viele Beispiele aus Zeitungen, von Verkleidungstagen bis zu Klassenzimmern voller Papier. Manche alten Streiche, etwa falsche Anzeigen, würden heute den Unterricht stören und gehören nicht zu den Ideen, die wir empfehlen.
Quellen
- The Museum of Hoaxes: The Taco Liberty Bell, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- The Museum of Hoaxes: Sidd Finch, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- The Museum of Hoaxes: Nixon for President, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- The Museum of Hoaxes: Alabama Changes the Value of Pi, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- The Museum of Hoaxes: The Left-Handed Whopper, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- The Museum of Hoaxes: April Fool's Day School Pranks, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.
- The Museum of Hoaxes: Edison's Food Machine, hoaxes.org, abgerufen am 06.11.2026.